Pleiadees – Pleiadees – es grummelt im Gebälk – Album Review

Pleiadees – Pleiadees
Herkunft:
Mailand / Italien
Release:
22.11.2019
Label:
Subsound Records
Dauer:
41:07
Genre:
Psychedelic Ambient


 

Mit Ambient verbindet man Klangteppiche, die unaufdringlich im Hintergrund vor sich hinschwellen, mit Verzicht auf Melodien oder Klimax. Die Newcomer von Pleiades aus Mailand verzichten auf ihrem ersten selbstbetitelten Album glücklicherweise auf nichtssagende Musik. In drei Longtracks, von denen keiner kürzer als 10 Minuten ist, zeigen die drei Italiener in vielfältiger Instrumentierung die ganze Bandbreite ihres Könnens. Tonangebend ist Cristiano Calcagnile mit einer perkussiven Basis und dem Vibraphone, die beiden anderen illustren Mitstreiter Massimo Pupillo (bekannt vor allem aus dem instrumentalen Projekt Zu) und Xabier Iriondo (u.a. Tasaday, A Short Apnea und Buñuel) legen interessante und intelligente Arbeit an ihren Saiteninstrumenten drüber, im teilweise verzerrten Sound. Die gelegentlichen Trompeteneinsätze des Gastmusikers Gabriele Mitelli geben dem Ganzen einen teilweise jazz/fusionartigen Anstrich. Gesang im herkömmlichen Sinne gibt es nicht, es ist eher eine Lautmalerei und das Spiel der Stimme als zusätzliche Klangfarbe. Das ganze Geschehen ist sehr düster in der Produktion, wobei sie durchaus transparent und druckvoll ist. Das Album hätte auch aus einem 40 Minuten langen Track bestehen können, die drei Tracks, Songs kann man sie eher nicht nennen, sind schwer zu unterscheiden. Daher mag ich auch keinen Anspieltipps geben, spätestens nach den ersten 5 Minuten des Albums weiß der Hörer, ob er sich auch auf den Rest einlassen kann. Allerdings finde ich das Album sehr spannend, fesselnd und von der Atmosphäre sehr interessant, die Instrumentierung ist vielfältig und besteht aus so ungewöhnlichen Gerätschaften wie einer Nasenflöte oder einem japanischen zitherartigen Gerät namens Taishogoto, was dem ganzen zeitweilig einen fernöstlichen Touch gibt. An anderer Stelle, vor allem gegen Ende des ersten Tracks How To Step Out Of Solidity and Vaporize Yourself sowie im zweiten They Offer Platitues, You Will Learn To Breathe Underwater sind es Klänge und Vokaleinsätze, die man dem arabischen Kulturraum zuordnen könnte. In dieser Hinsicht ist das Album also sehr vielschichtig, was es noch interessanter macht.


Diese düsteren Sounds sind schwermütig und nicht für jede Stimmung geeignet, das Coverartwork zeigt das ebenfalls ganz gut, aber wer sich darauf einlässt, wird belohnt. Da es das Album beim Label auch auf Vinyl gibt, hier noch eine zusätzliche Empfehlung für Vinylfans auf der Suche nach außergewöhnlichem Nadelfutter.
Ich vergebe wirklich gute 8/10 Punkten und hoffe von Pleiadees in Zukunft noch mehr zu hören. Zudem ist das Album eine Empfehlung für Interessenten, die sich an dem weiteren Schaffen der wirklich hervorragenden Musiker interessieren.


Line Up
Cristiano Calcagnile – Schlagzeug / Perkussion / Vibraphone / Nasenflöte
Massimo Pupillo – Bass
Xabier Iriondo – Gitarre – Taishōgoto

Gast
Gabriele Mitelli – Trompeten

Tracklist
How To Step Out Of Solidity and Vaporize Yourself (19:18)
They Offer Platitues, You Will Learn To Breathe Underwater (10:36)
A Diamond Hidden In The Mouth Of A Dragon (11:12)

Links:
Subsound Records
Facebook Subsound Records
Cristiano Calcagnile

Massimo Pupillo
Xabier Iriondo

Gabriele Mitelli

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