Noitatalid – Furies in the Steppes from Russia – Album Review

Noitatalid – Furies in the Steppes from Russia
Herkunft:
Russland
Release:
09.10.2020
Label: Music-Records
Dauer:
28:16
Genre:
Death Metal / Thrash Metal


Noitatalid aus Russland haben mit Furies in the Steppes from Russia ihr Debütalbum veröffentlicht. Inhaltlich geht es dabei, unter anderem, um politische Probleme und “chemische Kastration durch Nahrungsmittel.” Harter Tobak also.

Bassist Vitaly will das Werk außerdem als Hommage an den Slayer-Klassiker Reign in Blood verstanden wissen. Dennoch macht die Band keinen Thrash Metal, viel eher handelt es sich bei ihrer Musik um Brutal Death Metal mit Thrash-Einflüssen.

Oldschool-Sound und Faucherei

Nach einem kurzen Intro schallt leicht rumpeliger Oldschool-Sound aus den Boxen, wodurch das Album einen nostalgischen Charme besitzt. Musikalisch hat sich die Band an so ziemlich allem orientiert, was alt, gut und ein bisschen extremer ist. Carcass, Napalm Death, Obituary oder eben Slayer – die Einflüsse lassen sich klar heraushören.

Dasselbe gilt übrigens für alle Songs des Albums. Die Gitarre schreddert dahin, wobei die Riffgewitter von groovigen Basslinien aufgelockert werden. Die Band versteht es ganz gut, die Eingängigkeit von Thrash Metal mit der Ruppigkeit US-amerikanischer Death Metal-Größen zu verbinden. Dazu trägt vor allem Schlagzeuger Aleksey mit seinem präzisen und abwechslungsreichen Stil bei.

Die Lieder sind alle sehr ähnlich aufgebaut und recht kurz gehalten. Immer wieder eingestreute Tempo- und Rhythmuswechsel bewahren die Musik davor, in monotones Geschredder abzudriften. Dabei wirken die Song-Strukturen etwas zusammengestückelt, so wie es bei den ersten Alben von Kreator beispielsweise auch der Fall ist. Ein Highlight lässt sich schwer ausmachen, die Platte ist viel eher dazu gemacht, in einem Stück gehört zu werden. Einen Eindruck kannst du dir aber mit dem freundlichen betitelten Fuck beschaffen, das du HIER finden kannst.

Es macht anfangs wirklich Spaß, dabei zuzuhören, wie Noitatalid einer vergangenen Metal-Ära ihren Tribut zollen. Die Musik ist nicht unbedingt originell, aber wir haben es hier ja auch nicht mit einer Progressive Rock Band zu tun. Leider bleibt der Spaßfaktor nicht die gesamte, sehr kurze Albumlänge lang erhalten. Etwa nach zwei Dritteln wird es dann doch etwas monoton.

Der größte Schwachpunkt ist der Gesang. Weder Screams, Growls noch Klargesang sind zu hören. Der Stil von Sänger Andreï lässt sich am ehesten als eine Art knurriges, manchmal auch geflüstertes Fauchen beschreiben. Das mag zwar ein Alleinstellungsmerkmal sein, aber am besten klingt die Band dann, wenn sie einfach rein instrumental dahin brettert.


Fazit
Für ein Erstlingswerk ist Furies in the Steppes from Russia gut gelungen. Noitatalid gehen offensichtlich sehr enthusiastisch an die Sache heran, wodurch die Scheibe einfach einen coolen Oldschool-Vibe besitzt und sich nicht so verkopft anhört, wie es bei so manch älterer Band der Fall ist. Am Gesang muss die Combo aber noch etwas arbeiten, diese seltsame Faucherei klingt sehr dünn und hätte eigentlich gleich ganz weg gelassen werden können. Auch ein paar Gitarrensolos oder zumindest knackige Hooklines, die das Riffgewitter gelegentlich ergänzen, würden dem Sound der Band gut tun. Wegen dieser Abzüge gibt es daher 6,5 /10 für ein Album, dass an sich nicht schlecht ist, von dem aber auch nicht wirklich etwas im Ohr hängen bleibt.

Line Up
Andreï – Gesang, Gitarre
Vitaly – Bass
Aleksey – Schlagzeug

Tracklist
01. Steppes
02. I Lie And Win
03. Poker Game
04. Jim
05. Immortal Life
06. Snow, Lamb, Wolf
07. Fuck
08. Kamikaze
09. White Buttock
10. Voiceless
11. Dead Man
12. Seppets

Links
Facebook Noitatalid


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