Mal – Malbum – Album Review

Mal – Malbum
Herkunft:
Minneapolis / USA

Release:
21.10.2022
Label: Ordovician Records
Dauer:
28:19
Genre:
Progressive Rock / Experimental / Math Rock / Noise


Foto Credit: John Oakes

Ein kantiges Album, das hoffentlich niemand mögen wird. Mit diesem Anspruch und ihrem Debütalbum Malbum betreten die 2019 in Minneapolis gegründeten Mal die Musikwelt und versuchen auf diese Art schon die Hörerschaft grob darauf vorzubereiten, was sie auf diesem höchst experimentellem Album erwartet. Und das neben der digitalen Variante auch auf einer limitierten Musikkassette.

Und, in der Tat: Selten höre ich Alben, die so dissonant daherkommen wie der Erstling dieses Quartetts. Kantige und schräge Rhythmen an allen Orten, zwischendurch hupt mal ein Saxophon dazwischen, entweder lieblich oder auch schräg phrasiert bis hin zu rotzig. Darüber wird dann, ja nennen wir ihn mal, Gesang, drüber gelegt. Die Gitarre kämpft gegen dieses Soundgewitter an und schlägt sich dabei ganz gut. Wer Sleepytime Gorilla Museum kennt und mag, fühlt sich bei Mal wohl.

Wobei Wohlgefühl sicherlich die falsche Emotion zu dieser Art von Musik ist. Wrong Time, das ihr HIER sehen könnt, ist aggressiver Freejazz Math Rock Punk Fusion in Reinform. Das Attribut crimsonesque ist schon oft bemüht worden, Mal gehen sogar noch ein paar Schritte weiter. Die anderen acht Songs fallen groß nicht ab, sondern offenbar eine große Schwäche von Malbum, nämlich dessen Kürze.

Kurz und knackig

Obwohl diese Art von Musik sowohl für die Musiker als auch für den Hörer schweißtreibend und fordernd ist, hätte der ein oder andere Song durchaus ausführlicher gestaltet werden können. Man verliert sich großartig nicht in Soloeskapaden, außer der ein oder anderen Sax Einlage wie im Opener No We Don’t Yet, dementsprechend kurz ist das Album mit seiner knappen halben Stunde geraten.

Mein persönlicher Favorit ist It Feels Like The World Is Yours, das einfach ein musikalischer Höllenritt ist und über den Hörer einfällt mit im ersten Durchlauf völlig unschlüssigen Songstrukturen und Instrumentaleinsätzen. Malbum verweigert sich nicht nur eben jenen Strukturen, sondern dreht sie durch den Wolf und verwurstet sie zu einer letztendlich sehr delikaten Math Rock Punk Fusion Masse mit Freejazz und Noise Anleihen.


Fazit
Unhörbar ist das Debütwerk Malbum in der Tat nicht geworden. Allerdings fordern Mal sich und den Hörer mit intelligenten, krummtaktigen Songs und einer gehörigen Freidreh Attitüde. 9 / 10

Line Up
Ivan Cunningham – Saxophon
Cole Overby – Bass, Gesang
Alec Tonjes – Gitarre, Gesang
Chris Woznicki – Schlagzeug

Tracklist
01. No We Don’t Yet
02. It Feels Like The World Is Yours
03. It’s Right This Way
04. The Weight of Anything
05. Nothing At All Happens Again
06. Friend Song
07. Wrong Time
08. Don’t Go Out
09. I Can’t Reach

Links
Facebook Mal
Bandcamp Mal


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