Lunar Shadow – Wish to Leave – Album Review

Lunar Shadow – Wish to Leave
Herkunft:
Deutschland
Release:
19.03.202
Label: Cruz del Sur Music
Dauer:
36:07
Genre:
Heavy Metal / Indie Rock / Post Punk /Blues Rock


Dass Max Birbaum, Lead Gitarrist und Mastermind, nicht gerne live gespielt hat, war wirklich ein offenes Geheimnis. Von daher kam die Ankündigung im Januar 2020, nicht mehr mit Lunar Shadow live aufzutreten, alles andere als überraschend. Vielmehr erstaunt war ich, dass die Band schon Ihren nächsten musikalischen Output Ende letzten Jahres ankündigte.
Der Vorgänger The Smokeless Fires ist eine ziemlich hohe Messlatte und auch die Offenbarung, einige Stiländerungen vorzunehmen, ließ die Fans und mich vor Spannung platzen. Nun hat das Warten ein Ende und wir erleben mit Wish to leave ein einschneidendes Album, welches einen Wendepunkt in der Karriere der Band darstellt.

Umdrehen und nicht zurückschauen

Ist es zu erwarten, dass die Jungs mit dem Album aus dem Underground empor steigen? Ich sage, JA und NEIN! Auf jeden Fall haben Sie es geschafft, eine Weiterentwicklung voranzutreiben, die sich sehr aufs Songwriting auswirkt. Viele Einflüsse aus der Vergangenheit bleiben bestehen, werden mit neuen Indie Rock, Blues Rock Einheiten, den schon angekündigten Post Punk Ausflügen und sogar Gothic Elementen vermischt. Der Titel des Albums passt daher wie die Faust aufs Auge. Ein Wunsch die Vergangenheit zurückzulassen und nach vorne schauen.

Klänge so weich wie ein Kissen

Gleich zu Beginn ist auch schon mein Höhepunkt des Albums zu hören. Serpents Die erweckt den Vibe von The Smokeless Fire und die überragend weichen Gitarrenmelodien harmonieren hervorragend mit den Keyboard Background. Der Track hat durchaus Ohrwurmcharakter. Ebenso vielversprechend eröffnet Delomelanicon mit klassischen Gitarrenläufen a la Lunar Shadow. Der Song groovt vor sich hin, lässt sogar eine gewisse Aggressivität aufblitzen und ist technisch sehr gut umgesetzt. Es fehlt mir nur der Moment, an dem der Funke überspringt.

Max meets Knopfler

Der ungewöhnlich disharmonische Gesang von Robert Röttig ist schon ein Markenzeichen der Band geworden. Der Gesang steht bei diesem Album und vor allem beim Song I Will Lose You sehr im Mittelpunkt und passt zur Emotionalität des selbigen. Erneut fällt der weiche Gitarrensound auf. Hat hier der gute Max in letzter viel Dire Straits gehört? Ein ähnliches Gefühl beschleicht mich als ich To Dusk and I Love You höre. Im Mittelteil ist die Affinität nicht mehr zu ignorieren. Absolut chilliger Song, der einem ein gutes Gefühl gibt.

And Silence Screamed nimmt das Flair der vorherigen Songs mit auf. Es fehlt der Druck und dennoch nehmen die Songs mit, weil musikalisch auf hohem Niveau gespielt. Detailliert kann man sogar eine Hammond-Orgel hören, die hier nicht störend wirkt, sondern den Song breiter macht. Letztes Stück, es sind tatsächlich nur sechs an der Zahl, ist das fast zehnminütige The Darkness Between The Stars. Dieser Song möchte mein klangvolles Traumziel werden, doch während des langen Wegs verliere ich leider die Lust am Reisen. Vielleicht liegt es nur an der digitalen Aufzeichnung, die ich zur Verfügung hatte. Der Sound kommt mir ein bisschen zu kraftlos um die Ecke. Mit mehr Druck auf dem Kessel würden die Songs noch besser zu Geltung kommen.


Fazit
Um Wish to Leave eine Chance zu geben, habe ich das Album sehr oft gehört. Im Endeffekt fühl ich mich als großer Fan von Lunar Shadow nicht verlassen, sondern bin zufrieden mit dem Ergebnis. Ein Werk voller melodischem Gefühlschaos mit exzellenten Gitarrenklängen und sensibler Note.
Da noch weitere Durchläufe der Platte notwendig sind, vergebe ich eine respektable 7,5 / 10.


Line Up
Max Birbaum – Lead Gitarre, Gesang
Robert Röttig – Gesang
Sven Hamacher – Bass
Kay Hamacher – Rhytmus Gitarre
Jörn Zehner – Schlagzeug

Tracklist
01. Serpents Die
02. Delomelanicon
03. I Will Lose You
04. To Dusk and I Love You
05. And Silence Screamed
06. The Darkness Between The Stars

Links
Facebook Lunar Shadow 
Bandcamp Lunar Shadow


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