Lucid Sins – Cursed! – Album Review

Lucid Sins – Cursed!
Herkunft:
Glasgow / UK
Release:
03.05.2021
Label:
Totem Cat Records
Dauer: 38:47
Genre: Progressive Rock / Doom / Psychedelic


Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich von Lucid Sins auf eine falsche Fährte gelockt. Beim ersten Hördurchlauf ihres neuen Longplayers Cursed! hatte ich den Eindruck, einer Kombo aus den seligen 1970ern zu lauschen. Dabei hat sich das Duo aus Glasgow erst vor einigen Jahren zusammengefunden und 2015 ihr Debüt Occultation herausgebracht.

Nun liegt ihr besagtes zweites Vollzeitalbum vor, das neben den üblichen digitalen Varianten erfreulicherweise seinen Weg auch auf Vinyl findet. Und das Resultat ist verhext oder gar verwunschen? Mit nichten, wir haben hier eine bodenständige Progressive Rock Platte mit starken Okkultanleihen vor der Brust, die sich in bester Tradition zu klassischen Songwerken wie Wishbone Ash, Blue Öyster Cult oder The Doors. 

Erdig und Ehrlich

Wie es sich für eine Platte im 1970er Jahre Sound gehört, ist sie auf acht Spuren aufgenommen. Erdige Orgel-Sounds, beziehungsweise vermutlich das elektronische Äquivalent zu diesen, doomig-warme Gitarreneinsätze sowie eine bedrohliche Perkussionskulisse laden zusammen mit dem Gesang von Andreas Johnsson zu einer Okkultmesse ein, die nicht von dieser Welt ist.

Songs wie Sun & The Moon, HIER das Video zu diesem starken Stück, zeugen davon, wie gut Lucid Sins Herr und Meister ihrer Stimmungskulisse sind. Violinenklänge, die kaminfeuerzart eingesetzt werden wie auf The Devil’s Sign, unterstreichen eine gewisse unterschwellige Bedrohlichkeit und sind Garant für eine Gänsehaut nach der anderen.

Authentisch bis ins Artwork

Passend dazu auch das Artwork vom klassischen englischen Illustrator Alan Odie, dessen surrealer Stil ausgezeichnet mit den unwirklichen Stimmungen harmoniert, die auf dieser großartigen Platte erzeugt werden. Durch den so vermittelten Zeitgeist wird dem Album das letzte Quäntchen Patina verliehen. Die doomigen Tempi erzeugen hier weniger Bedrohlichkeit, sondern geben den kräftigen Orgelssound erst die richtige Intensität, um ihre volle akustische Wirkung zu erfassen.


Fazit
Dem Doom / Psychedelic / Progressive Rock Duo Lucid Sins ist mit Cursed! eine großartig authentische Platte gelungen, die in ihren Stimmungen geradezu badet und den Hörer mit seinen warmen und erdigen Orgel, Gitarren und Violinensounds auf eine okkulte Reise mitnimmt. 9 / 10


Line Up
Andreas Jonsson – Gesang & Gitarre
Joe Gallagher – Gitarre
Martin “Eggy Beard” McKenna – Violine
Ruaraidh Sanachan – Gitarre, Bass, Keyboards und Perkussion
Sondre Berge Endegal – Bass
Stuart Coleman – Keyboards

Tracklist
01. Joker’s Dance
02. The Serpentine Path
03. Sun and the Moon
04. The Devil’s Sign
05. Cursed
06. Snake Eyes
07. By Your Hand
08. The Forest

Links
Facebook Lucid Sins
Bandcamp Lucid Sins


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Kabbalah – The Omen
Interview – Rotten Cold – Nachgefragt bei Daniel und David
Livestream Review  – The Pineapple Thief – Nothing but the Truth

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 2 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen