hhanoi – Nachgefragt bei Hans Hauser – Interview

Nur anderthalb Jahre nach dem fulminanten Album Cant Control it! begeistert Sänger und Multiinstrumentalist Hans Hauser zusammen mit Band und vertonten Gedichten von Edgar Allan Poe. Den Release von No Time for Idle Care nahm ich mir zum Anlass, erneut ein Interview mit dem Musiker zu führen.


Foto Credit: J.Raggl

Adriana (Soundmagnet.eu): Hallo Hans, ich freue mich ganz besonders, dich heute wieder interviewen zu können! Es war April 2020 und du hattest mich mit Cant Control it! vollkommen bezirzt. Wie geht es dir heute, rund eineinhalb Jahre später neben dem bevorstehenden Release deines neuen Albums?
Hans (hhanoi): Ich bzw. wir sind sehr motiviert und freuen uns darauf das Album nun auch live zu spielen. Alle Songs wurden bisher nur im Proberaum und Studio gespielt, jetzt dann endlich vor Publikum. Vom letzten Album haben wir live natürlich auch ein paar Songs dabei.

Adriana: No Times for Idle Cares ist dein mittlerweile fünftes (!) Studioalbum. Dieses Mal bist du wieder in der Formation einer mehrköpfigen Band anzutreffen. Wie kam es dazu?
Hans: Die Musik wollte das so. Ich habe einen Haufen Songs geschrieben und als ich mir die Demos angehört hab, wurde mir schnell klar, dass es da eine Band braucht damit das so klingt wie ich mir das vorstelle. Wenn man Freunde hat, die super Musiker sind geht der Rest dann eh von selbst.

Gedichte inspirieren musikalisch auch auf eine eigene Art…

Adriana: Das aktuelle Album hat durchgehend Edgar Allan Poes Lyrics und Gedichte zum Inhalt. Weshalb gerade von ihm? Was bedeuten dir diese Lyrics?
Hans: Die Sprache und Themen von Poe sprechen mich an, ich hab früher schon öfter was von ihm vertont. Gedichte inspirieren musikalisch auch auf eine eigene Art – man schreibt andere Songs, weil die Texte ja nicht für Songs gedacht sind. Klassische Strophe / Refrain Strukturen sind im Text fast nie vorhanden.

Adriana: Viele KünstlerInnen haben sich bereits mehr oder weniger gelungen an der Vertonung Edgar Allan Poes Werke versucht. Deine Tracks sind wunderbar stimmig, bluesig, alternative und schön emotional…von allem etwas! War von Anfang an klar, welch Facetten ins Album einfließen sollen oder hast du dich tragen lassen beim Komponieren?
Hans: Das freut mich sehr zu hören! Ich bin mir bewusst, dass das ein Risiko ist und es einigen Leuten wahrscheinlich überhaupt nicht gefallen wird. Beim Komponieren hab ich mich total treiben lassen: ich hab den Gedichtband aufgeschlagen und spontan den Text gesungen und begleitet. Mit dem Handy hab ich diese Ideen aufgenommen, umgeblättert und den nächsten Text bearbeitet. So entstanden in wenigen Tagen alle Songs des Albums. Im Proberaum haben wir sie dann gemeinsam arrangiert und weitergesponnen.

Ich hab kein Bedürfnis irgendwo dabei zu sein und auch keine Abneigung gegen Zuordnungen

Adriana: Bereits auf Cant Control it! war mit dem Song A Dream ein Gedicht von Edgar Allan Poe vertreten und ich zog Vergleiche zu Bands wie TPT oder Riverside. Auch das aktuelle Album sehe ich in diesem Genre. Wo zählst du dich denn nun dazu? Alternative Rock? Progressive Rock? Gibt’s überhaupt ein Genre für dich?
Hans: Es gibt für mich sicher eins, aber das sollen andere benennen. Ich hab kein Bedürfnis irgendwo dabei zu sein und auch keine Abneigung gegen irgendwelche Zuordnungen. Ich finde es aber interessant zu lesen, welche Vergleiche Leute ziehen, das sind ja immer wieder ganz unterschiedliche.

Adriana: Bei manchen Tracks überrascht mich deine Interpretation und Umsetzung der Lyrics und ich habe das Gefühl, den ursprünglichen Text völlig anders gelesen zu haben als du ihn uns nun präsentierst, was eine klasse Spannung durch das gesamte Album hinweg aufbaut. Bewusst so gemacht?
Hans: Wie gesagt war die Zugangsweise sehr intuitiv. Ich hab mich da einfach reinfallen lassen und dann kam das so raus und hat mir auch so gefallen. Ich finde generell, dass durch die Kombination von Wort und Musik eine neue Bedeutungsebene entsteht, die bei jeder Hörerin sicherlich eine andere ist. Das ist nicht nur bei Poe Texten so: bei meinen Texten kommt sicherlich auch eine andere Botschaft an als von mir gesendet wurde und das ist auch gut so: so wird es von meinem Song zu deinem Song.

Auf einer Skala von 1 bis 99: 100!

Adriana: Als wir uns das letzte Mal sprachen, kamst du gerade von einer Tour quer durch Österreich und die Release Shows zu Cant Control it! mussten panedemiebedingt abgesagt werden. Wie sehr auf einer Skala von 1 bis sagen wir 99 freust du dich nun auf die Release Shows zu No Times for Idle Cares?
Hans: 100

Adriana: Dein Künstlername HHANOI ist ja eine Zusammensetzung deiner Namensinitialen und der Stadt Hanoi, die du besucht hattest und als Inspiration dafür nahmst. Woraus, neben dem Reisen und vorallem in der noch vorherrschenden, reiseerschwerenden Zeit nimmst du Inspiration? Bereits Pläne für internationale Reisen?
Hans: Mich inspirieren menschliche Emotionen. Da kippe ich immer wieder in ein Feeling rein und schreib dann was dazu. Die nächste Auslandsreise könnte eine Winterwanderung in Finland werden. Jetzt wo ich dran denk – das könnt gutes Material für neue Songs hergeben 🙂

Adriana: Langsam müssen wir zu einem Ende kommen. Ich versuche, am 11.11. in Feldkirch zum Konzert zu kommen, das eines von insgesamt fünf Terminen ist. Wien ist nicht dabei….wann hören wir dich denn im Osten Österreichs mal live?
Hans: Ich hab diesen Herbst etwas vorsichtig gebucht und bin froh, dass es derzeit ganz gut ausschaut. Der Osten Österreichs wird immer wieder gern besucht, sobald sich eine gute Gelegenheit ergibt machen wir das. Als Tiroler zieht es uns aber auch immer nach Deutschland und Italien, da gibts sehr viele tolle Orte. Wien ist da im Vergleich auch nicht immer sehr rentabel, muss man sagen…

Kommt zu einem Konzert, wir werden ordentlich Gas geben!

Adriana: Das Schlusswort möchte ich gerne dir überlassen. Was möchtest du unseren LeserInnen noch sagen?
Hans: Danke für das interessante Interview – ich finde super, dass es musikbegeisterte Menschen wie dich und deine Leser*innen gibt. Hört mal ins neue hhanoi Album rein, vielleicht gefällt es euch ja. Und kommt zu einem Konzert, wir werden ordentlich Gas geben!

Anmerkung der Redaktion zu den Tourdaten: 
29.10.2021 – Alte Gerberei, St. Johann
11.11.2021 – Tirol am Beat
11.11.2021 – Hugo Pansen, Feldkirch
12.11.2021 – Zone11, Hallein
13.11.2021 – Treibhaus, Innsbruck


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