HHANOI – Nachgefragt bei Hans – Interview

Am 24.01.20 veröffentlichte Hans alias HHANOI sein mittlerweile viertes Soloalbum mit klingendem Titel Cant Control It. Das Album, zu dessen Review ihr HIER kommt, gefiel mir dermaßen gut, dass ich da noch ein paar Fragen an Hans stellen wollte. Nach seiner Release Tour, nahm er sich für mich Zeit:


Adriana: Vielen lieben Dank, dass du dir Zeit nimmst, so kurz nach deiner Release Tour, die du leider aufgrund der derzeitigen Situation nicht beenden durftest, ein paar Fragen für unsere Leser zu beantworten. Diese Einleitung bringt mich gleich zu meiner ersten Frage:
Wie geht es dir jetzt nach doch einigen Live Auftritten quer durch Österreich? Ist es denn nun auch mal genug von live und bist du froh zu Hause zu sein oder willst du am liebsten sofort wieder zurück auf die Bühne? (abgesehen von der derzeitigen Situation)
Hans: Ich spiel sehr gerne live, hab da auch viel Energie dafür. Mal ein paar Tage Pause tut sicherlich gut, aber ich lass es einfach auf mich zukommen, wie es heuer weitergeht.

Adriana: Wie war die Resonanz des Publikums auf das Album, das ich mit einer glatten Punktlandung von 9/10 bewertete? Ich nehme an, nicht nur ich bin einer deiner Fans geworden und du wurdest hoch gefeiert quer durchs Land?
Hans: Oh, danke! 9/10 ist ziemlich cool! Die Resonanz war bisher sehr gut, ich hatte viele schöne Konzerte und bin dafür sehr dankbar.

Adriana: Du bist ja noch nicht ganz so lange als Solokünstler geführt und gehst erst jetzt mit dem neuesten und mittlerweile vierten Album auf Solopfaden. Wie geht es dir damit?
Hans: Solokonzerte hab ich parallel zu den Bandsachen immer gemacht, bzw. war ich am Anfang von hhanoi auch allein unterwegs. Allein auf der Bühne zu stehen gibt viel Freiraum für Spontanität, man hat aber auch viel Verantwortung. Mir macht das viel Spaß und mir gefällt besonders dem Publikum so unmittelbar nah zu sein. Auf Tour sind wir zu zweit unterwegs: Andreas Freudenschuss macht den live-sound und hat auch die Alben produziert.

Adriana: Ich habe natürlich auch ein Interesse daran, zu wissen, wo deine musikalische Heimat liegt? Wann hast du dein Talent zur Musik entdeckt? Wusstest du schon immer, dass du Musik machen möchtest? Wie kamst du zur Musik?
Hans: Als Teenager hab ich angefangen Gitarre zu spielen, ob ich talentiert war weiß ich nicht, jedenfalls war ich hartnäckig. Ich bin in einer musikalischen Familie aufgewachsen, da waren immer einige Instrumente im Keller, die ich probieren konnte – vom Keyboard über Schlagzeug, Singen, Gitarre und Akkorden kam alles mal dran.

Adriana: Du schreibst die Lyrics zu all deinen Songs selbst, bedienst dich bei nur zwei Songs an Gedichten berühmter Poeten. Deine Lyrics drehen um diverse Themen. Soweit ich hören kann, zumeist aktuelle, etwa politische Themen. Woher nimmst du deine Inspiration? Wie kann ich mir das Songwriting vorstellen?
Hans: Das ist sehr schwierig zu beantworten, weil es für mich viele verschiedene Zugänge zu einem Song gibt. Manchmal staut sich das Bedürfnis über ein Thema oder Stimmung zu schreiben über längere Zeit auf und muss dann raus, manchmal bin ich in irgendeiner Stimmung, aus der dann spontan ein Text bzw. Song entsteht. Ich versuche mit den Songs Stimmungsbilder einzufangen und diese dann aber etwas poetisch zu verkleiden, sodass es für die Zuhörer*innen neue Interpretationsmöglichkeiten geben kann. Politisch ist aus meiner Sicht nur ein Song, wenn bei dir dieser Eindruck bei mehreren Songs herrscht finde ich das auch cool! Das macht für mich Musik generell zu etwas besonderen: durch Rhythmus, Klang, Melodie usw. bekommt ein Text neue Bedeutungsebenen, die bei jedem etwas anderes auslösen können.

Adriana: Gerade can‘t control it beherbergt meiner Meinung nach mehrere Musikgenres. Ich höre Alternative Rock, ein wenig Blues, ein wenig Singer/Songwriter und eben einiges an für mich sehr zeitgenössischen Progrock. Meiner Meinung nach würde gerade die Vertonung des Edgar Allen Poe Gedichtes A Dream perfekt auf jeden Sampler zwischen Riverside, Wilson und The Pineapple Thief Wie siehst du das?
Hans: Mich freuen diese Assoziationen. Da ich selbst von vielen verschiedenen Genres geprägt wurde fließt das auch in meine Musik ein. Ich mag mir da selbst auch keine Schranken auferlegen.

Adriana: Dein persönlicher Lieblingssong aus deinem aktuellen Album?
Hans: Das wechselt ständig, ich mag wirklich alles Songs sehr sehr gern. Conceding ist für mich ein persönliches Highlight, da bin ich mit vielem zufrieden.

Adriana: In Österreich ist es mitunter nicht gerade einfach, über längere Zeit im Musikbusiness Fuß zu fassen. Wir sind zwar das Land des Walzers, doch zeitgenössische Musiker werden nicht immer so ästimiert und gefördert, wie sie es verdienen würden. Wie nimmst du das wahr?
Hans: Die Situation ist schwierig, jedoch ist sie das auch in anderen Ländern und war es auch früher immer. Es gibt einfach sehr viel Konkurrenz – mehr Angebot als Nachfrage. Mehr Förderungen wären natürlich super, da ist die Situation schon sehr bescheiden. Die Frage ist auch, warum man das überhaupt machen will? Zum Geld verdienen gibt es wirklich einfachere Möglichkeiten.

Ich definiere mich über meinen künstlerischen Erfolg, sprich ob ich selbst damit zufrieden bin was ich mache! Außerdem spiele ich Live um Menschen mit meiner Musik zu berühren. Wenn diese beiden Aspekte passen bin ich zufrieden. Wenn man seinen Erfolg so definiert kann man auch über längere Zeit Spaß daran haben und motiviert bleiben. Natürlich muss aber auch Geld reinkommen, sonst geht es sich nicht aus.

Adriana: Wie sehen deine musikalischen Zukunftspläne aus? Bist du schon wieder auf dem Sprung ins Studio?
Hans: Jetzt spiel ich erstmal mit dem neuen Album Live und überlege mir, wie 2021 für mich ausschauen könnte.

Adriana: Zum Schluss möchte ich dir gerne die alles typische Frage stellen: Was möchtest du unseren Lesern sagen?
Hans: “Use it or lose it” – kauft Musik auf Vinyl oder CD, sonst sterben euch die Artists weg! Streaming ist eigentlich eine Verarschung der Konsument*innen: die bezahlen zwar brav oder schauen sich dumme Werbung an, davon kommt bei den Künstlern aber quasi nichts an.

Adriana: Vielen lieben Dank nochmal für deine Zeit, uns Frage und Antwort zu stehen. Wir hoffen, dich bei nächster Gelegenheit live zu erleben. Zwischenzeitlich dreht bei uns deine CD und da ich gesehen habe, dass can‘t control it auch auf Vinyl released wurde, vermutlich bald auf Vinyl.


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