H.E.A.T. – H.E.A.T. II – Der Sommer wird…h.e.i.ß.! – Album Review

H.E.A.T.  – H.E.A.T. II
Herkunft:
Schweden
Release:
21.02.2020
Label: earMusic/Edel
Dauer:
47:13
Genre:
Melodic Rock


Man könnte glatt vermuten, der nächste heiße Shit im Rockbiz wäre ein 80er Jahre AOR Revival. In welcher Schlagzahl da in der letzter Zeit Outputs von alten Recken wie Foreigner, Whitesnake oder Hardline, Retortenbands der Marke Lovekillers oder Revolution Saints (man lese im aktuellen Rock Hard 393 mal das Interview mit Deen Castronovo zum Revolution Saints Album!) und neueren Bands auf den Markt geworfen wird, ist schon enorm.
Okay, so ganz neu ist der Schweden Fünfer H.E.A.T. auch nicht, denn die Nordmänner sind schon seit 2007 auf der Melodic Rock Landkarte präsent und haben sich einige Achtungserfolge erspielt. Mit dem Song 1000 Miles vom Debütalbum schafften sie es 2009 in die Finalrunde des schwedischen Vorauscheids zum Eurovision Songcontest und landeten mit der Nummer einen großen Hit in ihrer skandinavischen Heimat. Mit H.E.A.T II wollen sie nun an den Erfolg des Erstwerks anknüpfen, was den Albumtitel in Anlehnung an H.E.A.T. erklärt. Dafür hat die Band die Produktion der Scheibe erstmals in die eigenen Hände genommen.

Den Dosenöffner gibt Rock Your Body, ein energetischer Rocker mit bestem Bon Jovi/Def Leppard Stadion-Rock-Feeling. Die Nummer groovt und rockt, was das Zeug hält und versprüht natürlich eine Menge Sexappeal. Da ist man gleich auf der richtigen Betriebstemperatur, um mit Dangerous Ground  den Motor weiter anzuheizen. Rückkehrer Dave Dalone ( von 2013-2016 nicht in der Band) darf an der Sechsseitigen gegen Ende der ansonsten eingängigen Rocknummer die Axt kreisen lassen. Zusammen mit Sänger Erik Grönwall ist er für die rockigen Akzente im Sound der Schweden verantwortlich.

Come Clean ist ein sehr geschmeidiger AOR Song, bei dem Keyboarder Jona Tee den Löwenanteil der Melodieführung übernimmt. Trotzdem läuft die Nummer gut rein und hat immer noch genug Rock Credibility. Dafür gibt es mit Victory saftigen Melodic Metal mit Hammerfall/Sabaton-Tendenzen, bei der Swedish Idol Gewinner Grönwall seine Rockröhre richtig präsentieren kann. Mit seiner Verpflichtung 2009 ist H.E.A.T.  ein echter Glücksgriff gelungen. Von energischen Metal Screams bis gefühlvollem Gesang beherrscht er das ganze ABC eines gr0ßen Rocksängers.

Ein weiterer Fistraiser ist We Are Gods geworden, ein stampfender Banger, dessen Refrain einen beherzt mitgrölen lässt. Adrenaline wildert wieder im Fahrwasser von Bon Jovi. Massentauglicher Stadion Rock mit viel Dynamik, bei dem ich sogar die eingebaute Ohoho-Passage verschmerzen kann… Die erste Singleauskopplung One by One schließt sich da nahtlos an, Breitwandmelodien treffen auf einen eingängigen Refrain. Eine Ballade darf auf dem Album natürlich nicht fehlen, die mit Nothing To Say  ziemlich zuckersüß ausfällt. Das muss man schon mögen, mir ist sie schon ein wenig zu kitschig.

Heaven Must Have Won An Angel orientiert sich an AOR Größen wie Foreigner oder Journey und ist mir persönlich auch ein wenig zu glatt. Dafür erzeugt Under The Gun wieder mehr Druck, die Gitarren setzen rockige Akzente und machen die Nummer zu einem starken Melodic Kracher. Das abschließende Rise, welches als zweite Single ausgekoppelt wurde, kann das nochmal toppen und zeigt das ganze Potential der Schweden für griffige Melodien, die ein großes Publikum erreichen und die Stadien füllen können.


Fazit:
H.E.A.T. verbinden auf ihrem sechsten Album großartigen Stadionrock, wie ihn Genre Primus Jon Bon Jovi  mit seiner Band in den goldenen 1980er Jahren salonfähig gemacht hat, mit dem typisch schwedischen Gespür für melodischen Metal, den schon ihre Landsleute Europe perfektioniert haben. Eine Bank ist dabei auch Erik Grönwall, der mit seiner variablen Rockröhre alles in Grund und Boden singt und H.E.A.T. vor der Konkurrenz einen gewaltigen Vorsprung verschafft. Meine Anspieltipps Victory, We Are Gods und Rise bewegen sich eher im rockigeren Berreich. Im noch jungen Jahr hat H.E.A.T. II  für mich auf dem Melodic Sector bisher die Nase vorn. Das macht 8/10.


Line Up:
Erik Grönwall – Gesang
Dave Dalone – Gitarre
Jona Tee – Keyboard
Jimmy Jay – Bass
Crash – Drums

Tracklist:
1. Rock Your Body
2. Dangerous Ground
3. Come Clean
4. Victory
6. Adrenaline
7. One By One
8. Nothing To Say
9. Heaven Must Have Won An Angel
10. Under The Gun
11. Rise

Links:
Facebook H.E.A.T.
Webseite H.E.A.T.

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