Giöbia – Plasmatic Idol – Album Review

Giöbia – Plasmatic Idol
Herkunft:
Italien
Release:
07.02.20
Label:
Heavy Psych Sounds
Dauer:
44:33
Genre:
Acid Rock / Heavy Psych Rock / Space Rock


Plasmatic Idol der italienischen Acid Rocker Giöbia erschien Anfang Februar und beginnt instrumental mit Parhelion und elektronischen Sounds, die an 1970er Jahre SciFi Filme erinnern und entspannt aus den Boxen wabern. Man reitet auf Soundwaves durch imaginäre virtuelle Welten, begleitet von Gitarrenmelodien, die einem Cybertraum entsprungen zu sein scheinen.
Abwechslungsreiche Drumpattern im Mittelteil verleihen dem ganzen proggige Abwechslung. Alles ist mit ordentlich Hall versehen, was das Ganze auch sehr spacig klingen lässt und eine gewisse Tiefe verleiht.

In The Dawnlight startet im Gegensatz schön garagenrockig, die Vocals klingen allerdings als würden sie aus dem Weltall in den Song gebeamt, die Gitarren haben in Solo-Momenten einen angenehm singenden Klang. Im Titeltrack Plasmatic Idol wird es wieder psychedelisch-elektronisch und man fühlt sich, als würde man in einer fliegenden Untertasse durch eine Videospiel-Arkade fliegen. Das mit nur zwei Minuten kürzeste Stück der Platte ist also mehr ein Übergang in das mit über acht Minuten längste Lied des Albums: Haridwar.
Dessen Beginn und die Vocal-Lines erinnern an Pink Floyd, und auch an  The Doors gemahnende Orgeln kommen zum Einsatz. Der Song hat eine eigentümliche Melancholie, die vor allem durch die Vocals hervorgerufen wird. Ein Stück zum Träumen und Davondriften, ein regelrechter Trip.

The Escape wartet mit interessanter Rhythmik auf, die Vocals scheinen auch hier aus einer anderen Dimension zu kommen, psychedelisch-spacige Sounds ziehen den Hörer in einen Sog, der dem Songtitel entsprechend eine Flucht aus dem Hier und Jetzt ermöglicht. Im Mittelteil ist man dann angekommen, an einem neuen spannenden Ort, in dem sich alles irgendwie öffnet und man immer tiefer und weiter fortgetragen wird, was sich zum Ende in einen Geschwindigkeitsschub steigert. Mit Orgelklängen und hypnotischen Trommeln schlägt Far Behind uns in seinen Bann, eine instrumentale Reise in die psychedelische Leere jenseits der physikalischen Grenzen.
Immer wieder gibt es Breaks und Tempowechsel, in der Mitte des Songs scheint man den Ereignishorizonts eines schwarzen Loches entlang zu fliegen und man erwartet gespannt, was einen auf der anderen Seite erwarten mag. Der Transfer erfolgt im letzten Drittel, die Drums hämmern sich ins Unterbewusstsein, hypnotische, düster-doomige Gitarrenriffs verhallen nach einiger Zeit im Nichts.

Heart of Stone ist eine traurig-schöne intergalaktische Ballade mit Akustikgitarren-Akkorden und sphärischen Streicherklängen, die Vocals und Lyrics vermitteln ein Gefühl von Einsamkeit und Leere. Das finale The Mirror House hat eine eingängige Bass-Linie, über die entrückt die Vocals und Gitarren flirren. Der Refrain gemahnt an eine Mischung aus 1970er Black Sabbath, Uncle Acid und Electric Wizard, der Song endet dann aber wieder mit Synthesizer-Klängen und schlägt so eine Brücke zum Beginn der Platte.


Mein Fazit:
Dieses Album hat auch ohne den vorherigen Genuss diverser Substanzen eine extrem berauschende Wirkung, und wenn man sich drauf einlässt, kann es einen direkt in parallele Universen entführen. Man muss allerdings bereit sein für diesen ausserweltlichen Trip, und die mit extrem viel Hall und Effekten versehenen Vocals sind vielleicht nicht jedermanns Sache.
Mir hats gefallen, und ich könnte mir die Mailänder sehr gut auf der Bühne eines passenden Festivals (zum Beispiel des sympathischen Krach am Bach Festivals in Beelen) vorstellen.
Diese Reise durch Giöbia‘s Klangkosmos ist mir 8/10 wert.

Line Up
Bazu – Gesang, Gitarren
Saffo – Orgel, Violine, Gesang
Detrji – Bass
Betta – Schlagzeug

Tracklist
01.Parhelion
02.In The Dawnlight
03.Plasmatic Idol
04.Haridwar
05.The Escape
06.Far Behind
07.Heart Of Stone
08.The Mirror House

Links:
Facebook Giöbia
Webseite Giöbia
Bandcamp Giöbia

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