Death Of A Dryad – Hameln – Album Review

Death Of A Dryad  – Hameln
Herkunft:
Lyon / Frankreich
Release:
03.12.2020
Label:
Dark Faery Records
Dauer:
46:38
Genre:
Atmospheric Dark Metal / Mittelalter Musik 


Heute ist es bei mir Zeit für eine Märchenstunde: Die Sage des Rattenfänger von Hameln dürfte den meisten ein Begriff sein. Musikalisch wurde es unter anderem von Wilfried Hiller und Hannes Wader interpretiert. Seit 2018 arbeitet das französisches Atmospheric Dark Metal Projekt Death Of A Dryad  an seiner eigenen Vertonung als Konzeptalbum mit dem Titel Hameln.

Das Album kommt passend zum besinnlichen Advent am 3.Dezember heraus. Das Projekt machte das erste Mal 2014 beim Release des gleichnamigen Debütalbums auf sich aufmerksam. Beide Protagonisten sind ebenfalls in der Band Mind Odissey aktiv.

Der Beginn einer Tragödie

Im Opener Enter The Piper erscheint der Rattenfänger in Hameln um seine Dienste anzubieten. Dabei starten wir sehr folkig in das Album und bekommen direkt das musikalische Thema des Hauptprotagonisten präsentiert, welches dem Hörer noch das ein oder andere Mal begegnen wird. Im weiteren Verlauf baut sich der erste Teil des Songs mit Streichern und einer Erzählstimme weiter auf.

In der Strophe haben die beiden rein auf eine raue Erzählstimme gesetzt, welche nicht nur sehr gut passt, sondern ihm auf dem gesamten Album einen Hörspielcharakter verleitet. Im pre-Chorus und Refrain des Openers setzt man aber auf Gesang. Der Refrain ist ruhig und getragen, aber dennoch irgendwie eingängig. Im zweiten Refrain wird dieser dann wiederholt gesungen. Der Song endet wieder mit instrumentalen Klängen.

Das zweite Stück Hameln eröffnet mit fröhlicher Mittelaltermusik. Im weiteren Verlauf des Liedes wird die Stimmung immer dunkler und in der Handlung senkt sich die Laune des Rattenfängers, nachdem ihm seine Bezahlung verwehrt bleibt. Im hinteren Teil des Songs gesellt sich auch die E-Gitarre hinzu und der Titletrack des Albums erreicht auch beinahe epische Gefilde.

Während der Rattenfänger zum einen mit sich kämpft und Rachepläne schmiedet, findet auch im folgenden Apud Omnes Hostes ein thematischer Kampf statt. Dabei duellieren sich atmosphärische Black Metal Phasen mit symphonischen und mittelalterlichen Elementen. Besonders stark finde ich in dem Song den ruhigen, nachdenklichen Abschnitt, nach der ersten Atmo-Black Metal Einlage. Zusätzlich kommen bei den beiden lateinischen Zeilen chorale Elemente im Song hinzu.

Der Entschluss ist gefasst

Es folgt die unvermeidliche Melodie, die die Kinder aus der Stadt führt like a Moths To A Flame. Dabei wird die Flöte mit Akustikgitarre und Tamburin begleitet. Auch wenn ich nicht zu meiner Anlage gezogen wurde, hat mir der zweiminütige Instrumental sehr gut gefallen.

Left To Die startet mit einem Trauermarsch auf Bratsche und Geige, bis wir mit einem Schrei in einen ersten klassischen Black Metal Abschnitt mit Blastbeat übergeleitet werden. In den ersten beiden Textpassagen setzt man aber weiterhin auf den altbekannten Sprechgesang und screamt nur den letzten Textblock zu schnellen Black Metal Klängen.

Danach wird der Black Metal Part aber deutlich atmosphärischer und auch symphonischer. Beendet wird der Song wieder mit magischen Tönen des Rattenfängers, die das endgültige Ende der Kinder herbeiführen, bis am Ende nur noch Naturgeräusche zu hören sind. Left To Die ist insgesamt der schnellste Song auf dem Album und befriedigt in einigen Teilen auch den Black Metal Fan in mir.

Es folgt ein Cover der Hamburger Synth Rocker Project Pitchfork. Dabei wurde nicht der bekannteste Titel Rain, sondern Requiem neu vertont. Der Song passt inhaltlich gut in die Handlung und ist der zweite auf dem Album mit einem Refrain. Death Of A Dryad schaffen einen guten Mix aus Originaltreue und eigener Identität im Stück.

Zu guter Letzt folgt ein Rückblick des Rattenfängers auf die Geschehnisse. In Freedom Lies wird gut der Konflikt aus Reue und immer noch brodelndem Hass auf die Menschheit wiedergespiegelt. Dabei werden erneut schwarzmetallische Elemente mit folkigen als Kontrast dargestellt. Am Ende wird der Song und auch das Album ruhig beendet.


Fazit
Death Of A Dryad haben ein extrem geiles Album geschrieben. Es ist definitiv ein Album, für das man sich Zeit nehmen und in Ruhe reinhören muss. Dann kann man immer wieder neue Details erkennen und das Album wertschätzen. Das Zusammenspiel aus Mittelaltermusik und Black Metal funktioniert sehr gut und habe ich zumindest in der Form noch nie hören dürfen. Einzig sagt mir der Drumsound bei den Blastbeats nicht so zu, aber es gibt dennoch von mir volle 10/10 und ist eine sehr gute Alternative zu den zum tausendsten Mal gesehenen Märchenfilmen.

9,5
Line Up
Nogh – Gitarre, Laute, Keyboard, Gesang
Carol – Bass, Flöte, Gesang,

Tracklist
01.Enter The Piper
02.Hameln
03.Apud Omnes Hostes
04.Moths To A Flame
05.Left To Die
06.Requiem (Project Pitchfork Cover)
07.Freedom Lies

Links
Facebook Death of a Dryad
Webseite Death of a Dryad


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