Cult of Luna – A Dawn to Fear Europa Tour – 06.12.2019, Arena Wien – Live Review

Cult of Luna – A Dawn to Fear Europa Tour
Special Guest:
A.A.Williams, Brutus
Veranstaltung:
06.12.2019, Arena Wien
Herkunft:
Schweden, UK, Belgien
Ticket: 
31,-
Genre: 
Post Metal/Sludge/Prog Metal/Alternative/Indie/Rock


Während andere von einer Weihnachtsfeier zur anderen tingeln, tingeln wir von einem Konzert zum anderen um uns kein Rock/Metal Event in Wien entgehen zu lassen. An diesem Nikolaus Abend zieht es uns in die Arena Wien, in der endlich Cult of Luna ihr so hoch gefeiertes Album A Dawn to Fear während der gleichnamigen Europatour feiern. Mit Im Gepäck haben sie A.A.Williams aus UK und Brutus aus Belgien. Besonders auf letztere bin ich schon sehr gespannt, treten sie doch als Trio mit einer Frau an den Drums und Gesang auf.

Kaum in der Arena angekommen, kümmern wir uns erst mal um ein Getränk und schauen uns beim Merch um.  Dieses ist bei allen drei Bands vielseitig in Form von Tonträgern, Shirts, Hoodies, Pins und Beanies und die Preise sind durchwegs angemessen. Doch lange dürfen wir hier nicht mehr verweilen, denn A.A.Williams sind bereits auf der Bühne für ihr halbstündiges Set. Der Sound ist sehr gut und das Trio aus UK besticht durch easy listening Postrock. Mir gefällt, was ich höre. So sehr gefesselt, dass ich mir nach dem Konzert von der durchwegs sympathischen Band das Vinyl mitnehme, hat es mich jedoch nicht. Das Publikum, das sehr zaghaft in die Halle strömt, scheint ebenso reserviert, applaudiert jedoch angemessen und sowohl Band als auch Zuhörer scheinen zufrieden.

Nach einem kurzen Umbau der Bühne betreten Brutus die Bühne. Von sich selbst sagen sie: “Trouble comes in threes. So does Brutus.” Inwiefern dies stimmt, sollten wir gleich mal live erleben. Stefanie, ihres Zeichens Sängerin und Drummerin des Trios begrüßt die Zuschauer zwar knapp, jedoch sehr herzlich, bevor sie sich mit gefühlten 25 DrumSticks hinter dem Schlagzeug platziert. Stijn an der Gitarre und Peter am Bass beziehen ebenfalls Stellung und ich bin buchstäblich geplättet vom ersten Drumkick an. Was für eine energiegeladene Portion Musik da auf mich direkt im Pit rüberschlägt. Unglaublich energiegeladen wird das gesamte Set gespielt. Stefanies positive Energie springt nicht nur bei lieblichem, sondern auch bei rotzig dreckigem Gesang auf die Zuschauer über, die die band immer mehr und mehr abfeiern. Das ist mal Post Punk, wie ich ihn mir lange gewünscht und auch gesucht habe. Dass das Vinyl nach dem Auftritt mit nach Hause geht muss ich wohl nicht dezidiert erwähnen! Viel zu schnell ist das Set gespielt und das Publikum verabschiedet das Trio unter frenetischem Beifall. (Setlist: 1.War, 2.Cemetery, 3.Julia, 4.Drive, 5.Da Traag, 6.Baby Seal, 7.All Alone, 8.Sugar Dragon) An dieser Stelle sei gesagt: Diese Band unbedingt auf dem Radar halten!

Dann ist es endlich soweit! Die Band, auf die wir uns schon so lange gefreut haben, tritt erst mal unauffällig auf die Bühne. Drums, Percussions, Bass, Gitarren, Keyboard und das Mikro werden nach uns nach besetzt von der Band und das Publikum heißt sie alle erwartungsvoll willkommen. Ein kurzes Winken der einzelnen in die Menge und schon geht es los: The Silent Man macht also auch in Wien den Beginn des Konzertes.

Doch von leise ist hier nicht die Rede! Die ganze Band ist vom ersten Riff an voll da! Das Bühnensetting mit den bereits bekannten hinterleuchteten Stoffinstallationen perfektioniert die Atmosphäre. Mit Finland wird gleich mit dem zweiten Song ins Album Somewhere along the Highway gewechselt, während man sich mit Nightwalkers wieder ins aktuelle Album begibt. Was für eine Soundwand sich hier auftut ist gewaltig! I:The Weapon ist eine wirkliche Waffe. Der Sound in der großen Halle der Arena Wien ist einmal mehr perfekt. Nicht nur im Fotograben wird es mir heiß, auch das Publikum ist voll in Fahrt und lässt sich ganz auf das Konzert ein. Jeder scheint an seinem Platz angekommen, hängt mit Augen und Ohren an dem, was sich auf der Bühne abspielt. And with her came the Birds wird endlich mein absoluter Song Favorit gespielt.

Der rund sechsminütige Song ist es nämlich, der mich 2014 auf die Band aufmerksam machte. Gänsehaut wandert langsam den Arm rauf und runter auch noch als als nächstes Lights on the Hill bereits gespielt wird. den nächsten Song In Awe of erkenne ich ehrlicherweise nicht auf Anhieb, ist er doch aus dem Album Vertical, das noch in meinem Plattenschrank fehlt. Nichts desto trotz ist auch hier die Soundwand massiv ohne zu erdrücken und das Shouting im Sludgestyle sicher. Das Publikum ist kaum zu halten und mit frenetischem Jubel nach jedem Song wird der Band Tribut gezollt. So auch nach Passing Through und dem letzten Song The Fall. Was war das für ein Erlebnis! Es hat sich mehr als ausgezahlt, so lange auf Cult of Luna zu warten. Wir lassen es uns auf jeden Fall nicht nehmen und nehmen vom Merch noch Hoodie und Vinyl mit. Es war uns eine Freude! 


Tracklist Cult of Luna: 
The Silent Man
Finland
Nightwalkers
I: The Weapon
And With Her Came the Birds
Lights on the Hill
In Awe Of
Passing Through
The Fall

Line Up Cult of Luna: 
Johannes Persson – Gitarre, Gesang
Fredrik Kihlberg – Gitarre, Gesang
Erik Olofsson – Gitarre
Magnus Lindberg – Schlagzeug, Synthesizer, Studio-Technik
Andreas Johansson – Bass
Anders Teglund – Keyboard
Thomas Hedlund – Percussion

Links: 
Facebook A.A.Williams
Facebook Brutus
Facebook Cult of Luna

Side Fact zum Event:
Das aktuelle Album Nest der Band Brutus, das es unter anderem beim Konzert zu kaufen gab, ist als limitierte Vinlausgabe auf recycletem Vinyl erschienen. Somit ist jede Platte einzigartig in Farbe und Färbung und eine Überraschung beim Auspacken.  

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