Bottomless – Bottomless – Album Review

Bottomless – Bottomless
Herkunft:
Pescara / Italien
Release:
16.07.2021
Label: Spikerot Records
Dauer:
46:37
Genre:
Doom Metal


Das Trio hat sich im Jahre 2018 mit dem Ziel komplettiert, ausschließlich ihrer einzigen wahren Liebe, dem langsamen Heavy zu frönen. Alle Bandmitglieder sind parallel auch in andere Bands wie Assumption, Restos Humanos oder Messa involviert.

Als Basis für Bottomless werden die Altmeister des Doom Black Sabbath sowie Saint Vitus, Pentagram, Trouble und The Obsessed genannt. Nach dieser klaren Ansage kann man für das selbst betiteltes Album großes Kino erwarten oder endet es doch als eine der vielen Sabbath Kopien?

Riffbetonte Langsamkeit

Am Anfang stand das Riff. So ungefähr steht es in der Doom-Bibel geschrieben und dieses Gesetz wird sogleich beim Opener Monastery erfüllt. Demonstrativ langsam spielt die Band. Der Gesang orientiert sich zum Glück nicht an Ozzy und verhindert so die Band als Sabbath-Klon abzutun.
Trotzdem werde ich mit der Eröffnung noch nicht so ganz warm, denn es fehlt der entscheidende Kick.

Das wohlige Gefühl etwas besonderes, eigenes zu hören, stellt sich beim folgenden Centuries Asleep ein. Ein packendes Midtempo-Monster mit coolem Riff und variabler Gesangslinie lädt zum Kopfschütteln und Fußwippen ein. Da dieser Song wirklich großen Spaß macht, könnt ihr ihn HIER hören. Auch der folgende Titeltrack Bottomless ist nicht von schlechten Eltern. Das Tempo wird ein wenig gedrosselt und wiederum erfreut uns die Band mit einem gelungenen und eigenständigen Riff.

Bottomless steht in guter Tradition

Diese Aussage ist das wichtigste am Album und ein bedeutendes Qualitätskriterium. Zwar beruft sich jede Komposition und jede Idee auf die großen historischen Vorbilder, aber das Trio ist weit davon entfernt zu kopieren.

So wechseln heavy Midtemponummern wie The Talking Mask mit lavaähnlichen Doomern wie bei Ash. Gitarre und Bass teilen sich die Arbeit an Riff und Melodie auf eine wirklich gelungene Art und Weise, die ich euch HIER gerne zum Hören geben möchte.

Zwischen Midtempo und Langsamkeit

Natürlich werden auch zügigere Tracks wie Losing Shape oder Vestige zur Auflockerung eingestreut, um danach wie bei Loveless Reign wieder etwas langsamer zu treten. Dieses Konzept des Wechsels bleibt bis zum Schluss erhalten, erreicht aber nicht mehr das hohe Niveau der oben genannten Anspieltipps, die klar den ersten Teil des Albums dominieren.

Danach fehlen mir noch ein oder zwei Highlights. Auch die stimmliche Darbietung von Giorgio Trombino ist mir auf Dauer zu emotionslos. Hier liegt noch Potential und verhindert, dass Bottomless auch Hörer außerhalb der üblichen Doomgemeinschaft anspricht.

Aus Gründen der begrenzten Spielzeit des Vinyls ist Hell Vacation nur auf der CD Version enthalten. Geboten wird ein dunkler Stampfer, der typisch für das Album ist, aber musikalisch keine neuen Akzente mehr setzen kann.


Fazit
Bottomless
ist ein gutes und gelungenes Debüt, das die Wurzeln des Dooms zitiert und zum Glück nie kopiert. Trotzdem wird das Album aufgrund seines Abfallens im zweiten Teil und dem Fehlen zwingender neuer Ideen ein Tipp für eingefleischte, traditionelle Doomfans bleiben. Von mir 7 / 10

Line Up
Giorgio Trombino – Gesang, Gitarre
Sara Bianchin – Bass
David Lucido – Schlagzeug

Tracklist
01. Monastery
02. Centuries Asleep
03. Bottomless
04. The Talking Mask
05. Ash
06. Losing Shape
07. Loveless Reign
08. Vestige
09. Cradling Obsession
10. Hell Vacation (CD Bonustrack)

Links
Facebook Bottomless
Instagram Bottomless


Außerdem auf Soundmagnet.eu
EP Review – Morast – Palingenesis
Album Review – Satyrus – Rites
Empfehlung der Redaktion – 
The Grief – Doom Metal aus Irland

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 5 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen