Black Swan – Shake The World – Hässliches Entlein oder schöner Schwan? – Album Review

Black Swan – Shake The World
Herkunft:
USA
Release:
14.02.2020
Label:
Frontiers Music s.r.l.
Dauer:
51:09
Genre:
Hard Rock


Mit Black Swan schicken Frontiers Records eine weitere Retortenband ins Rennen, um die Gunst der Melodic Rock Fans zu erlangen. Ob die illustre Truppe um Sänger Robin McAuley (McAuley Schenker Group), Gitarrist Reb Beach (Winger, Whitesnake), Bassist Jeff Pilson (Foreigner, The End Machine, ex-Dokken) und Drummer Matt Starr (Ace Frehley, Mr. Big) eine ähnliche Beständigkeit entwickeln kann wie die Labelkollegen Revolution Saints, bleibt vorerst abzuwarten. Das Album wurde in Pilsons Heimstudio in LA aufgenommen, die Songideen stammen von allen vier Bandmitgliedern und wurden dann gemeinsam zu Songs ausgearbeitet, die auf der langjährigen Erfahrung aller Musiker fußt, um ein erfrischendes, melodisches Hardrockalbum zu kreieren.

Mit Shake The World legt das Quartett gleich einen munteren Rocker hin, der mich automatisch mit dem Fuß wippen lässt. Robin McAuley ist fantastisch bei Stimme. Der Song groovt und klingt tatsächlich locker und erfrischend. Auch Big Desaster strahlt eine Coolness aus, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Das setzt sich nahtlos so mit dem stampfenden Rocker Johnny Came Marchin fort. Reb Beach schüttelt sich zum wuchtigen Rhythmusfundament einige leckere Soli aus dem Ärmel, dass es eine wahre Freude ist.
Melodisch, aber ansonsten mit den gleichen gut abgestimmten Zutaten groovt sich Immortal Souls recht eingängig und fett durch die Gehörgänge und setzt sich dort fest. Die Ballade Make It There bringt ein wenig Abwechslung und gehört zu den besseren Schmonzetten. McAuley hat auch mit inzwischen 67 Jahren noch eine perfekte Stimme um damit die richtigen Emotionen zu transportieren.

Ein Sahne Solo aus der Hand des ex-Winger Gitarrenhexers rundet die schöne Nummer ab. Auf She’s On To Us, The Rock That Rolled Away und Long Road To Nowhere wird die gut geölte Rhythmusmaschine wieder angeworfen, die Band klingt tatsächlich wie eine solche. Sacred Place nähert sich etwas dem AOR an und verlässt die ansonsten im Hard Rock verwurzelten Pfade von Black Swan. Die werden aber mit dem geschmeidigen Rocker Unless We Change wieder aufgegriffen. Mit viel Gespür für Melodie singt McAuley hier so manchen Jungspund an die Wand. Ganz groß ist auch die Piano Ballade am Ende des Albums, die ganz sanft beginnt, ab der Mitte des Songs aber in eine großartige Breitwand Rocknummer übergeht.


Fazit:
Shake The World stellt für mich eine echte Überraschung dar. In dieser Konstellation hätte ich den vier Herren eine solch moderne, aber dennoch gleichzeitig traditionelle Hardrock Scheibe nicht zugetraut. Hier sitzt jeder Groove, jedes Solo an der richtigen Stelle. Die Routiniers müssen niemandem mehr mit unnötigen Spielereien beweisen, dass sie ihr Metier beherrschen. Dennoch klingt das Album total erfrischend und nach einem echtem Bandgefühl. Im Vergleich zur aktuellen Revolution Saints (den muss man hier einfach heranziehen) haben Black Swan zur Zeit die Nase eindeutig vorn. Meine Anspieltipps sind das Eröffnungsdoppel mit dem energetischen Opener Shake the Word und dem gute Laune Rocker Big Disaster. Das ergibt für mich verdiente 8/10.


Tracklist:
Shake The World
Big Disaster
Johnny Came Marchin
Immortal Souls
Make It There
She’s On To Us
The Rock That Rolled Away
Long Road To Nowhere
Sacred Place
Unless We Change
Divided/United

Line-up:
Robin McAuley – Gesang
Reb Beach – Gitarre, Background Gesang
Jeff Pilson – Bass, Akustik Gitarre, Keyboards, Background Gesang
Matt Starr – Drums, Percussion

Links:
Facebook Black Swan

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