Bands aus Exotistan – die wirklich internationalen Bands – Teil 1 Aserbaidschan – Kolumne

Metal verbindet Menschen über Ländergrenzen hinaus, weltweit. Während jeder Metalhead jedoch eine Band aus den gängigen, für Rock und Metal typischen Ländern, nennen kann, gestaltet sich das bei manchen Nationen eher schwierig. In dieser Kolumne wollen wir euch exemplarisch Vertreter aus dem sogenannten Exotistan vorstellen.


Wenn wir in musikalischer Hinsicht an Aserbaidschan denken, kommt einem unweigerlich der Eurovision Song Contest Sieg in Düsseldorf 2011 und die folgende Veranstaltung 2012 in Baku in den Sinn. Da Ell & Nikki jedoch nicht ins Genre Rock und Metal passen, haben wir hier einige Alternativen für euch zusammengefasst:

Pyraweed

Die Band kommt aus der Landeshauptstadt Baku und spielt Stoner/Doom/Sludge Metal und beschäftigt sich doch ganz gerne mit dem Kiffen. Das Projekt wurde 2015 von Drummer und Sänger Nijat gegründet und war echt nicht unproduktiv: Fünf Alben, eine EP, ein Live Album und eine Split mit Goosła können sich in der Zeit durchaus sehen lassen. Das Letzte Album 420 erschien 2020 und transportiert das Bandmotto “Smoking marihuana and transferring senses with sounds” eigentlich ganz gut. Wer zum einen auf Stoner steht und/oder Bands wie Crowbar feiert, sollte den Aserbaidschanern mal eine Chance geben. Zu den musikalischen Werken von Pyraweed gelangt ihr über ihre Bandcamp Seite HIER.
Side Fact: Die Bandmitglieder Nijat und Zakir sind noch in der Brutal Death Metal Band Goat Ripper aktiv.


Silence Lies Fear

Foto Credit: Snapshot Baku

Der Stil der zweiten Band ist dann etwas schneller. Silence Lies Fears spielen einen modernen Melodic-Death Metal und haben so einige Core Einflüsse mit drin. Die Band macht wahnsinnig viel Spaß beim Hören und hat den ein oder anderen musikalischen Höhepunkt im Gepäck. Auf dem dritten und letzten Album Shadows Of The Wasteland aus dem Jahre 2018 hatte Caroline bei zwei Songs einen Gastauftritt und ist später vollständig in die Band eingetreten, was definitiv Spannung für ein weiteres Album und auch sicher die ein oder andere Cleane Passage mehr bedeuten dürfte. Aktuell hat sich die Band etwas rar gemacht, wir hoffen jedoch, dass da bald wieder eine neue Scheibe ansteht und nach dem drei Jahres Rhythmus wäre es dieses Jahr erneut Zeit. Wer Bock auf modernen Melo-Death hat sollte mal HIER hören.


Zommm

Post-Black Metal mit Shoegaze Einflüssen hat in den letzten Jahren durch Bands wie Alcest definitiv einen starken Schub erhalten. Genau in diese Sparte passt musikalisch das sserbaidschanische zwei Mann Projekt Zommm. 2018 war das Jahr für das Duo, denn es kam nicht nur die Debüt EP Reality Is An Illusion im Januar, sondern es folgten auch vier Singles im gleichen Jahr und man landete auch unter anderem im Arctic Drone Magazin in den Top 25 Alben des Jahres 2018. Die Band bringt genretypisch in vielen Passagen eine Art Verträumtheit mit, arbeitet aber auch mit einigen Doom Metal Einschlägen. Wer in dem Genre ein weiteres gutes Projekt finden möchte sollte definitiv mal HIER schauen.


Violet Cold

Wem Zommm zu unexperimentel ist, der sollte mal ein Ohr auf Violet Cold werfen. Zu den Einflüssen des Projekts von Emin Guliev gehören unter anderem Ambient, Noise, House, Jazz, Klassik, Folk, Shoegaze, Sludge, Powerviolence, Post Rock, Post Black Metal und Depressive Black Metal. Also ganz ehrlich das ist schon eine, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftige Mischung und wir verstehen da auch definitiv jeden, dem das zu wild ist. Irgendwie hat aber das Noir Kid Album durchaus was, wird hier doch eine Popsängerin mit Blastbeats kombiniert. Vor allem der Song Battle Unicorn ist absolut hörenswert. Das Projekt ist definitiv alles andere als langweilig und wer nicht wagt der nicht gewinnt. Also hört mal HIER.


Minimorum

Deutlich weniger Experimental ist da schon das Projekt von Adil Hajili. Unter dem Namen Minimorum gibt es Atmospheric/Funeral Doom Metal. Hier liegt der Fokus ganz eindeutig auf einer tief schwarzen, depressiven Stimmung. Dennoch hat er auch ein Exotenbonus in der Tasche: Die Texte sind auf aserbaidschanisch, wenn auch leider extrem unverständlich gegrowlt. Dafür kann die Musik auch so sprechen.
Durch Minimorum wird man zwar nicht zum größten Funeral Doom Metal Fan, aber wer auf so eine Art steht, könnte hier etwas für sich finden. Auch alle, die mal etwas auf Aserbaidschan hören wollen, werden HIER fündig.


Fatal Nation

Zu guter Letzt nochmal etwas flotteres. Fatal Nation spielen Thrash Metal mit Hardcore, Nu Metal und Crossover vermischt. 2006 veröffentlichte die Truppe ihre erste Demo Suicide Is The Easiest Way Of Solving Problems…But Not The Best. Dieses Erstwerk soll es sogar in eine kanadische TV Show, in der es um die Problematik des Suizides ging, geschafft haben. Danach war bei dem Quintett ersteinmal Funkstille und die Band wurde auch im Internet bereits als aufgelöst gelistet. Im Februar 2021 kam dann aber wieder mit Metaphor eine Single auf den Markt. In die in Kanada bekannte EP könnt ihr gerne HIER reinhören.


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Kolumne – Thrash Metal – Made In Austria
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