Annihilator – Ballistic, Sadistic – Album Review

Annihilator – Ballistic, Sadistic
Herkunft:
USA
Release:
24.01.20
Label:
Silver Lining Music / Warner ADA
Dauer:
45:28
Genre:
Thrash Metal


Foto: Kai Swillus

Die 1980er waren geradezu ein Eldorado der schöpferischen Musikkultur des Metals, besonders des Speed und Thrash Metals. So gründete sich neben zig anderen Thrash Metal Bands auch Annihilator um Bandchef, Sänger und Gitarrist Jeff Waters 1984 in Kanada und ich bin mir sicher, dass es hier keiner weiteren Vorstellung der Band mehr bedarf. Seit 1989 rollen die Alben nur so und mit Ballistic, Sadistic wird bereits das 17. Studioalbum losgelassen. 

Thrash Metal hat mich schon immer und stetig begeistert, mit der Band Annihilator sieht es da ein wenig anders aus, haben sie mich die letzten zehn Jahre doch thrashtechnisch eher im Stich gelassen. Umso gespannter bin ich nun auf die folgenden elf Songs aus der Erfolgsschmiede. 

Vorab sei gesagt, dass Ballistic, Sadistic mehr denn jedes andere Album an die ersten drei, für mich größten Annihilator Alben überhaupt, ran kommt. Jeff Waters selbst sagt, dass so gut wie jeder Künstler das liebt, was er kreiert und jeder Song wie ein Baby ist. Für ihn als Hauptschreiber der Musik und Produzent über all die Jahre und Jahrzehnte ist es demnach besonders schwer, frisch zu bleiben und mit neuen Ideen zu kommen, beziehungsweise bereits da gewesenes zu toppen. Doch was da ab 24.01.20 über den Tresen des Händlers eures Vertrauens gereicht wird, schafft das.

Los tritt das Album mit dem Song Armed to the Teeth, der schon mal gut die Richtung des Albums angibt. Hier stimmen Melodie, Riffing und die Solos und ich bin vom ersten Gitarrenhieb an angefixxt. Viele sagen, Jeff Waters wäre nicht der perfekte Sänger und immer schon der bessere Gitarrist als Vokalvirtuose gewesen. Doch für mich passt es perfekt! Es folgt The Attitude, das mit einem cleanen, düsteren Intro beginnt, bevor es verwinkelt thrashig mit heulenden Gitarren durchpoltert. Mit Psycho Ward sind wir schon bei meinem persönlichen Highlight des Albums. Der Song hat alles, was Old School Thrash haben muss. Eine stabile Bassline begleitet durch das Thrash Inferno. Frikelig und doch kompakt abgestimmt geht der Gesang inklusive Back Vocals in Symbiose. Yeah, Leute, das wird ein Referenzwerk!
Anspieltipp: 

I am Warfare, zu deutsch Kriegsführung, hämmert wie Gewehrsalven knappe fünf Minuten bei gleichbleibendem Tempo durch ohne trotz bemerkenswerter Soli an Fahrt zu verlieren. Whiplash Garantie gegeben! Wer nun glaubt, mit Out with the Garbage wird Tempo raus genommen, irrt erbärmlich. Die Gitarren drücken den Song regelrecht nach vorne und unterstützen Jeff Waters maßgebenden Gesang. Wer jetzt noch nicht heiß gelaufen ist, wirft sich die Kutte spätestens bei Dressed for the Evil um, um sich bei Riot gedanklich unter die Bierdusche zu stellen beim Bangen.  
One wrong Move macht da weiter, wo Riot aufgehört hat: Phänomenaler Thrash! Endlich rücken die Drums mehr in den Vordergrund und lassen Gitarre, Bass und Gesang genau so viel Platz, wie sie benötigen um richtig zu rocken! Bei Lip Service ebnet ein melodischer Bass den Weg für den Song. Auch hier stimmt die Mischung aus Melodie, Riffing und Solo. Mit The End of the Lie und Thats Life wird nochmal so richtig im Thrash Topf gerührt und der Hörer mit Nackenschmerz zurückgelassen. So geht Thrash! 


Mein Fazit: 

Annihilator holen mit Ballistic, Sadistic guten, soliden 1980er Thrash in die Gegenwart. Großartiges Riffing zieht sich durch das ganze Album und ist das wohl markanteste in diesem gut gemischten kompakten Album. Hier wird großer Thrash der letzten Jahre, der keine Ausreißer nach unten zu verzeichnen hat, wieder belebt. Definitiv ist hier Potential alle Thrash Anhänger, die die Band mit den letzten Outputs etwas enttäuscht zurückließ, wieder ins Boot zu holen. 
Lediglich, weil das Jahr noch jung ist und dementsprechend Spiel nach oben ist, was das Album des Jahres angeht, gibt es von mir 9/10

Line Up
Jeff Waters – Gesang, Gitarre
Rich Hinks – Bass
Aaron Homma – Gitarre
Fabio Alessandrini – Drums

Tracklist
1. Armed to the Teeth
2. The Attitude
3. Psycho Ward
4. I am Warfare
5. Out with the Garbage
6. Dressed up for Evil
7. Riot
8. One wrong Movie
9. Lip Service
10. The End of the Lie
11. Thats Life

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