Akroasis – Ilion – Album Review

Akroasis – Ilion
Herkunft:
Schweiz
Release:
17.12.2021

Label: Doc Gator Records
Dauer:
49:32
Genre:
Thrash Metal / Melodic Death Metal


Manchmal kann man ganz schön falsch liegen. Zum Beispiel wenn man versucht vom Bandnamen und Albumtitel auf die Herkunft der Musiker zu schließen. Alle, die hier nämlich eine griechische Band vermuten, laufen ins Leere, denn das Schweizer Label Doc Gator Records hat Landsleute unter Vertrag genommen.

Akroasis wurden Anfang 2016 vom Gitarristen Marcel Knupp und dem Schlagzeuger Gerhard Baeriswyl gegründet. Der Rest der heutigen Bandbesetzung kam im Laufe des Jahres 2017 dazu. Lediglich die Suche nach dem Sänger gestaltete sich schwierig. Bei der Frontröhre wollte man keine Kompromisse eingehen und spielte Ende 2018 ein instrumentales Demo ein. Diese Aufnahmen sollte die Messlatte für alle Bewerber um den Posten am Mikro sein. Im Juni 2019 schaffte es Robin Hermanek mit seiner Gesangsleistung die Herren an den Instrumenten zu überzeugen.

Da Corona auch um die Schweiz keinen Bogen machte, wurden erste geplante Liveaktivitäten auf Eis gelegt und statt dessen ging es im Mai 2020 ins Studio. Das Ergebnis dieses langen Weges liegt nun mit Ilion endlich vor.

Auf tödlichem Kurs durch die Antike

Nicht nur der Albumtitel und die erzählte Story sind griechischer Herkunft, sondern auch der Bandname bedeutet aus dem griechischen übersetzt so viel wie Hören oder auch Zuhören. Dann starten wir doch mal die musikalische Reise von Odysseus und seinen Mannen mit Ulysses’ Fate. Langsam startet der Song und eine weibliche Stimme wiegt uns mir einem gesprochenes Intro in falschen Erwartungen. Nach einer Minute ist die Schonzeit vorbei und es prasselt eine melodiöse Mischung aus Death und Thrash Metal auf uns herab. Dass man sich noch nicht festlegen kann liegt vor allem am facettenreichen Gesang von Robin Hermanek. Er pendelt zwischen Growls, heiseren Schreien und melodischen Sequenzen. Auch musikalisch lässt sich die Marschrichtung noch nicht klar festlegen, denn vom fetten Groove bis zum klassischen Gitarrensolo ist alles enthalten.

Da ist Master Of The Gods schon eindeutiger und härter. Growls treffen auf harte Riffs und werden nur durch verspielte Gitarrensolies unterbrochen. Wenn man den Song Doomed nennt, dann ist der Titel Programm. Dunkel und böse keifen die Vocals, eine harte Rhythmik macht die Komposition zur Thrash-Attacke. Ein passendes Feeling zum Aufzug des Trojanischen Krieges an dem ihr HIER akustisch teilnehmen könnt.

Auch wenn Human Sacrifice nicht mehr ganz so hart wie Doomed ausfällt, bleiben die galoppierenden Rhythmen. Der Gesang pendelt von harsch bis melodiös. Fast ist man schon versucht an einen weiteren, zweiten Sänger zu glauben, da die Range beim Gesang so weit auseinander liegt.

Auf Kurs in Richtung Monster

Etwas Luft gibt uns die Band bei Patroclus. Langsam und schleppend geht es vorwärts. Der Gesang gurgelt nach bester Death Metal Art. Die Leadgitarre bildet dazu geradezu einen melodischen Gegenpol. Dem folgt mit Watershed eine galoppierende Death Metal Nummer.

Um die Geschichte des einäugigen Riesen Polyphem geht es danach. Odysseus und seine Mannen entgehen dem sicheren Tod nur, weil sie den Riesen betrunken machen und im Schlaf blenden.
Für solch ein harsches Thema ist der Song immer noch sehr mit gefälligen Melodielinien bepackt.

Das ändert sich bei Scylla und Charybdis. Die Skylla ist ein menschenfressendes Ungeheuer und daneben wartet Charybis. Sie ist die Göttin der Wasserstrudel und lässt jedes Schiff in ihrem Einflusskreis zerschellen. Odysseus entscheidet sich für eine haarscharfe Vorbeifahrt an der Menschenfresserin, was etliche Kameraden kostet und wunderbar auf dem Cover dargestellt wird.
Dem entsprechend bleibt beim Track Scylla And Charybdis nur die vertonte Todesgefahr. Es regieren Growls, Todesblei und kann HIER angehört werden.

Bei Retrieval ist man endlich daheim. Doch an Friede, Freude und Sonnenschein ist noch lange nicht zu denken. Odysseus hat den finalen Kampf um Frau und Thron anzutreten. Das setzen Akroasis mit einer Thrashnummer um. Der Song pendelt von hart-stampfend bis hin zur Speedgranate. Ein exzellenter Rausschmeißer der jeden Hörer zum Haare schütteln animiert.


Fazit
Akroasis
reisen auf Ilion quer durch die blutige, griechische Geschichte und verpacken diese in vielfältige Thrash und Death Metal Gewänder. Der geballten Härte der Rhythmusfraktion stehen eine facettenreichen Gesangsleistung und eine melodiöse Gitarrenarbeit zur Seite.
Ein Album, das aufgrund seiner Vielfältigkeit einige Durchläufe braucht und dann überzeugt.
Dafür gibt es 8,5 / 10

Line Up
Robin Hermanek – Gesang
Marcel Knupp – Rhythmusgitarre
Christof Schafer – Leadgitarre
Gerhard Baeriswyl – Schlagzeug
Hänsù Zürrer – Bass

Tracklist
01. Ulysses’ Fate
02. Master Of The Gods
03. Doomed
04. Human Sacrifice
05. Patroclus
06. Watershed
07. Polyphem
08. Scylla And Charybdis
09. Retrieval

Links
Facebook Akroasis
Webseite Akroasis



Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Unanimated – Victory in Blood
EP Review – Under The Church – Total Burial
Interview –
Thyrfing, Nachgefragt bei Patrik Lindgren

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 5 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen
fb-share-icon