Wedge – Like No Tomorrow – Album Review

Wedge – Like No Tomorrow
Herkunft:
Deutschland
Release:
15.01.2021
Label:
Heavy Psych Sounds
Dauer:
40:18
Genre:
Stoner Rock / Heavy Psych / Acid Rock


Die Berliner Psych Rocker Wedge haben am 15. Januar ihr neues Album Like No Tomorrow veröffentlicht und diese Platte sollten Fans von Kadavar, DeWolff und Konsorten auf jeden Fall auf ihren Einkaufszettel packen. Das von Sänger/Gitarrist Kiryk entworfene Cover-Artwork gibt gut den Inhalt der Lyrics wieder: es geht um die aktuelle Weltlage und das apokalyptische Gefühl, das man inmitten einer globalen Pandemie, politischem Chaos und dem Erstarken von Verschwörungstheorien bekommen kann.

Psychedelisch geht die Welt zugrunde …

Direkt mit schönen Retro-Orgelklängen rocken die drei Jungs mit Computer drauflos, dass es eine wahre Freude ist. Die ironische Hymne auf den Computer überzeugt mit jeder Menge Drive an den Drums, dem sympathischen Gesang von Kiryk und tollen Gitarren-, Bass- und Orgelläufen. Im Mittelteil kommt auch ein wenig The Doors-Feeling auf. Es geht also schon mal vielversprechend los. Reinhören kann man HIER.

Playing a Role beginnt mit fetten Riffs, worauf ein tanzbarer Basslauf und Kiryk’s charismatischer Gesang in der Strophe folgen. Der Refrain hat viel punkige Energie und bleibt im Ohr, auch die Ohoho-Parts im Mittelteil versprechen ordentlich Mitgröhl-Potential bei hoffentlich irgendwann wieder stattfindenden Live-Shows der Band. Ein Song mit Hitpotential!
Ein bisschen Sabbath ist in Blood Red Wine rauszuhören, und im Mittelteil spielt sich Dave Götz an der Orgel in einen regelrechten Rausch, ein wirklich packender Song, in dem man sich richtig verlieren kann.

… aber es gibt immer einen Funken Hoffnung

Across the Water erinnert an Wedge‘s Berliner Brüder im Geiste Kadavar. Hier wird aber nichts abgekupfert, sondern ähnlich wie bei Kadavar der Spirit der 1960er und 1970er Jahre mit jeder Vocal-Line und jeder Orgelpassage zelebriert. Ein verträumtes Stück Hippie-Rock, das etwas Hoffnung in diesen dunklen Zeiten verspricht. Schön rock’n’rollig kommt Queen of the Night daher, ein flotter Up-Tempo-Song, der einfach nur Spaß macht.

U’n’I
mit seinem interessanten Drumming ist der kürzeste Song auf der Platte, haut dafür aber ein wirklich cooles Gitarrensolo raus. Im Midtempo folgt At the Speed of Life, bei dem die Textzeile “There is no speed faster than life” wie die Faust aufs Auge passt, und die Gitarre eine beinahe singende Melodie beisteuert. Zum Schluß folgt mit Soldier ein neunminütiger Exkurs in den Heavy Psych Rock, auf dem Wedge nochmal alle Register ziehen, schön drauflos rocken und sich schwelgerisch in Trance spielen, ein gelungenes Finale einer tollen Platte!


Fazit
Wedge liefern auf ihrem neuen Album Like No Tomorrow wirklich ab! Man hört die Spielfreude des Trios in jedem Song. Unter den acht Stücken ist kein Ausfall zu entdecken, hier wird auf wirklich erfrischende Weise psychedelischer Hard Rock dargeboten, der einen einfach mal aus dem tristen Pandemie-Alltag raus reißt und auf eine musikalische Zeitreise in die 1960/1970er Jahre schickt, ohne jedoch altbacken und saftlos zu wirken. Diese energiegeladene Platte verdient 8,5 / 10!

Line Up
Kiryk Drewinski – Gesang, Gitarre
Holger “The Holg” Grosser – Schlagzeug
Dave Götz – Bass, Orgel

Tracklist
01. Computer
02. Playing A Role
03. Blood Red Wine
04. Across The Water
05. Queen Of The Night
06. U’n’I
07. At The Speed Of Life
08. Soldier

Links
Webseite Wedge
Facebook Wedge


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