Tzimani – Nachgefragt bei Sebastian Vasquez – Interview

Unter normalen Umständen hätten sich Tzimani Ende März/Anfang April auf Nordamerika Tour befunden, um sich auf der Bühne weiterhin einen guten Ruf zu erspielen und das Material ihres noch aktuellen selbst betitelten Albums Tzimani zu promoten, das ich kürzlich HIER vorgestellt habe. Doch auch die Vereinigten Staaten hat die Covid-19-Pandemie mit voller Wucht erreicht und das öffentliche Leben ebenfalls zum größten Teil lahmgelegt. Wie im Rest der Welt ist auch die Unterhaltungsindustrie massiv davon betroffen. Veranstaltungen und Konzerte sind erstmal auf Eis gelegt. Da Schlagzeuger Sebastian Vasquez mit einer deutschen Frau verheiratet ist, durfte ich ihm meine Fragen sogar auf deutsch mailen. Daraus ist eine Rückmeldung zu verschiedenen Themen in einem Gemisch aus Englisch und Deutsch entstanden, dass ihr von mir ins Reine geschrieben lesen könnt.


Foto Credit: FB Band

Michael: Hey Sebastian, wie geht es dir, deinem Bruder Eddie und euren Familien aktuell während der weltweiten Covid-19-Krise?
Sebastian: Uns geht es gut, kein Problem, es ist soweit alles klar hier. Wir sind zur Zeit zu Hause und konzentrieren uns auf das Schreiben von Musik. Wir versuchen alles, um gesund zu bleiben.

Michael: Ihr hattet für März und April eine Tournee durch Nordamerika geplant. Das ist zur Zeit leider nicht möglich. Habt ihr die Möglichkeit, die Tournee nachzuholen?
Sebastian: Wir hoffen jetzt, dass wir die gesamte Tour neu planen können, wenn alles wieder normal weitergeht. Aber im Moment gibt es keine Optionen, Live-Musik spielen zu können. Wir verbringen unsere Zeit damit, neue Musik zu schreiben.

Michael: Du und dein Bruder seid Tzimani. Wollt ihr keine externen Musiker zur Ergänzung in der Band haben oder habt ihr zumindest für die Live-Auftritte Verstärkung am Bass?
Sebastian: Natürlich hätten wir gerne einen Bassgitarristen, der sich uns anschließt, wenn es passt. Wenn wir jedoch eine Zwei-Mann-Band bleiben, ist auch alles okay. Wir werden sehen, was passiert.

Michael: Letztes Jahr ward ihr auf dem Billing des Legions of Metal Festival in Chicago. Ich habe das Festival 2018 besucht. Ein tolles, liebevoll organisiertes Event. Wie kam der Kontakt zu Bob Byrne zustande? Wie hat es euch dort gefallen?
Sebastian: Als wir im letzten Jahr in Los Angeles aufgetreten sind, haben wir einen gemeinsamen Freund von Bob und uns getroffen. Er erzählte ihm von uns , das Timing stimmte, denn er brauchte noch eine Band für sein Festival. Das war unser Glück und wir haben es ausgenutzt, so haben wir Bob kennengelernt.

Michael: Euer Debütalbum habt ihr 2018 als Self-Release veröffentlicht. Gab es damals kein Label, das Interesse an dem Album hatte?
Sebastian: Wir haben das Album verschiedenen Labels angeboten, waren aber nicht enttäuscht, als wir keine Antwort bekommen haben. Wir legen bei unser Musik aber auch den Schwerpunkt mehr auf Live-Auftritte, also haben wir die Platte einfach schnell selbst veröffentlicht und dann versucht, sie mit so vielen Shows wie möglich zu promoten.

Michael: Wie kam es dazu, dass Bonita Steel Records das Album jetzt auf CD wieder veröffentlichen wollen?
Sebastian: Bonita Steel Records ist nur für digital streaming. Wir haben derzeit keinen Disc-Deal mit einem Label.

Michael: Das deutsche Label Diabolic Might Records 666 bringt das Album außerdem auf Vinyl heraus. Wie kam dieser Kontakt zustande?
Sebastian: Es war, wie wir Amerikaner sagen “Out of the Blue”. Jochen vom Diabolic Might Records 666 Label hat freundlich bei uns angefragt und uns einen Vertrag angeboten. Wir waren richtig erfreut, das Album in Europa veröffentlichen zu können, weil wir es in Nordamerika ja selbst veröffentlicht hatten. Ich bin nicht sicher, wie Jochen auf uns aufmerksam geworden ist, aber wir haben uns echt darüber gefreut.

Michael: Wusstest du da schon, dass das Label seinen Sitz nur wenige Kilometer von der Heimat deiner Frau hat?
Sebastian: Ich hatte keine Ahnung, einfach unglaublich. Die Welt ist ein Dorf.

Michael: Eure kirchliche Trauung fand 2017 ebenfalls in Deutschland statt. Besucht ihr die Familie deiner Frau in Deutschland ab und zu?
Sebastian: Wir versuchen immer, sie mindestens einmal im Jahr zu besuchen.

Michael: Ihr habt mit Night People von Dio und Doctor Rockter von W.A.S.P. zwei nicht alltägliche Coverversionen auf den Re-Release gepackt. Gab es keine neuen Songs, denn auch Carry On wurde 2019 schon auf einem Sampler veröffentlicht?
Sebastian: Als wir den Deal mit Diabolic Might Records 666 gemacht hatten, fragte uns Jochen, ob wir nicht noch Material für die B-Seite der Platte hätten. Ich sagte ihm, wir würden noch zwei Coversongs und die Single, die wir ja schon vorher veröffentlicht hatten, mit auf das Album packen. Somit haben wir alles, was wir je veröffentlicht haben, auf eine Platte in Deutschland gebracht.

Michael: Gibt es Überlegungen, in Europa zu touren? Es gibt hier einige interessante Festivals, die auf traditionelle Hard Rock und Heavy Metal Bands spezialisiert sind.
Sebastian: Das wäre toll. Vielleicht gibt uns die Veröffentlichung mit DMR genug Aufmerksamkeit, um einen europäischen Veranstalter zu finden. Es war schon immer mein Traum, eine Tour in Europa zu spielen.

Michael: Zur Zeit kommen so viele interessante Bands aus Amerika und Kanada, die sich am traditionellen Metal und Hard Rock Sound orientieren. Seht ihr darin eine Chance für Tzimani?
Sebastian: Wer weiß, derzeit ist alles möglich. Wir haben ein paar Angebote für Auftritte  und die Reaktionen auf unsere Musik und unsere Performance waren bisher gut. Die traditionelle Heavy Metal und Hard Rock Szene wird immer größer und jedes Jahr kommen neue großartige Bands dazu. Ich hoffe, wir können jetzt die Zeit zu unserem Vorteil nutzen und an neuen Songs arbeiten.

Michael: Was sind also die nächsten Schritte, um die Band weiter bekannt zu machen? Wann gibt es neues Songmaterial von Tzimani?
Sebastian: Ja, natürlich. Zunächst planen wir unser full-length-Debüt zu veröffentlichen. Im Moment haben wir schon einige neue Songs fertig geschrieben, noch ein oder zwei weitere und wir sind bereit, sie im Studio einzuspielen. Wir hoffen, dass wir die geplante Tourdates durch Amerika und Kanada nachholen können, um vor so vielen Menschen wie möglich aufzutreten. Es wäre schön, wenn wir diese Möglichkeit noch bekommen, denn es lief gerade gut.

Michael: Sebastian, danke für dieses Interview. Ich wünsche dir und deinem Bruder, dass ihr eure Pläne für Tzimani in absehbarer Zeit verwirklichen könnt. Zunächst aber natürlich, dass ihr und eure Familien gesund bleibt!
Sebastian: Vielen Dank für dein Interesse an Tzimani und auch für dich und die deutschen Fans alles Gute für die Zukunft.


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