Schizophrenia – Recollections Of The Insane – Album Review

Schizophrenia – Recollections Of The Insane
Herkunft:
Belgien
Release:
18.02.2022
Label:
Eigenvertrieb
Dauer:
43:12
Genre:
Death / Thrash Metal


Foto Credit: Tim Tronckoe

Selten kommt es vor, dass ich ein Albumdebüt so herbeigesehnt habe, wie dem der Death/Thrasher aus dem schönen Belgien. Ihre EP Voices hatte mich vor zwei Jahren mit einer derartig immensen Wucht aus den Socken gehauen, dass sie 2020 bei mir den Titel Newcomer des Jahres und EP des Jahres abgeräumt haben. Schizophrenia erweckten mit ihren fünf Songs den Geist von alten Sepultura Vibes und ließen mit ihrer technischen Versiertheit an die Death Leprocy-Ära erinnern. Jetzt ist es endlich soweit, das Debüt ist eingetrümmert und bereit auf die Meute losgelassen zu werden.

Sehnsucht nach mehr

Der erste Durchlauf ließ mich ein wenig überrascht zurück. Irgendwie fehlen der Druck und Eiertritt von Voices. Im zweiten und dritten Durchlauf wurde mir klar, dass die Band bewusst das Tempo gedrosselt hat, um mehr Wert auf das Spielerische zu legen. Natürlich wird noch ordentlich das Gaspedal getreten. Bestes Beispiel sind die Death/Thrash Blast-Monster Inside The Walls Of Madness und Monolith. Diese beiden Slasher hätten auch locker auf der EP stehen können.  

Entwicklung bedeutet kein Stillstand

Insgesamt fällt auf, dass die Band ihr Hauptaugenmerk mehr auf den Death Metal gelegt und sich somit in den thrashigen Parts etwas zurückgenommen haben. Es sind sogar leichte progressive Töne zu vernehmen, die ihr Faible für Klänge a la Death unterstreichen. Insbesondere die Songs Fall Of Damned, der durch eine groovige Schlagseite und mit Schuldiner-Tribute Riffs/Solis überzeugt, und mein Albumhighlight Sea Of Sorrow, belegen diese These. Letzterer überragt durch sein abwechslungsreiches Riffing und seinem ausgeklügelten Songwriting.

Belgiens neue Helden

Trotz Ihrer jungen Bandkarriere, können Sie schon jetzt einen Entwicklungsschritt vorweisen. Ein Song, der sich von einem Midtempo Groove-Stampfer zu einem reißerischen Death Metal Nummer entwickelt, zeugt schon von einem Potential an Kreativität. Die Rede ist vom längsten Song des Albums: Onwards To Fire. Ich bin sicher, diese Band wird sich im Laufe der Jahre noch weiterentwickeln und ihren persönlichen Stil kreieren. Für die audiophilen unter euch, hau euch mal den Opener Divine Immolation um die Ohren. HIER könnt ihr euch den Track reinziehen.  

Pizza of death

Soundtechnisch ist alles im Lot und es drückt ordentlich aus den Boxen beziehungsweise Kopfhörern. Bleibt noch die Frage offen, wird die Band ihr Merch und die Platten/CDs wieder mit den legendären Pizzaboxen verschicken? Ein PR-Gag, der beim Versand der EP bei mir großartig angekommen ist. 


Fazit
Recollections Of The Insane
hat seine überzeugenden Momente, aber es fehlt dem Ganzen das gewisse Etwas. Schizophrenia ist für mich dennoch eine Band mit hochprozentigen Entwicklungspotential. Trotz meiner hohen Erwartungshaltung, bin ich der Meinung, dass die Band ein gutes Death/Thrash Album produziert hat und auf den Weg zu Großen Taten ist.
Verdiente 8,5 / 10

Line Up
Ricky Mandozzi – Bass & Gesang
Romeo Promos Promopoulos – Gitarre
Marty Van Kerckhoven – Gitarre
Lorenzo Vissol –  Schlagzeug

Tracklist
01. Divine Immolation
02. Cranial Disintegration
03. Sea of Sorrow
04. Monolith
05. Onwards to Fire
06. Souls of Retribution
07. Inside the Walls of Madness
08. Fall of the Damned
09. Stratified Realities

Links
Facebook Schizophrenia
Bandcamp Schizophrenia
Instagram Schizophrenia

 


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Kolumne – Death Metal – Made in Austria

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