Phantom – Not Midnight Yet – Album Review

Phantom – Not Midnight Yet 
Herkunft: Mexiko
Release: 26.06.2026
Label: High Roller Records
Dauer: 56:15
Genre: Speed Metal


Hört man in das Schaffen der jungen Wilden um den Bandgründer und Vordenker Juan Carlos García hinein, wird schnell klar: Phantom wären in den 1980er Jahren genau richtig gewesen.

Der Output der vier Mexikaner ist eine leidenschaftliche Rückbesinnung auf jene Ära, in der Heavy und Speed Metal zu Stärke und kreativer Größe fanden. Der wachsende Bekanntheitsgrad der Band zeigt, dass diese konsequente Orientierung an den Wurzeln, natürlich kombiniert mit unermüdlichem Fleiß, bei vielen Metalfans auf offene Ohren stößt.

Dass Phantom es mit ihrem musikalischen Weg ernst meinen, beweist ihr beeindruckend regelmäßiger Output. Die Mexikaner veröffentlichten mehrere Demos, Split- und Live-Veröffentlichungen und mittlerweile drei vollwertige Longplayer. All das unterstreicht ihre klare Mission, dass sie die Traditionen der 1980er Jahre bewahren und den alten Spirit mit jugendlicher Energie gepaart ins 21. Jahrhundert transportieren.

Schöpfen aus den 1980ern

Nach den Vorgängeralben Handed To Execution und Tyrants Of Wrath legen Phantom mit ihrem dritten Studioalbum einen weiteren Beweis für ihre konsequente musikalische Linie vor. Not Midnight Yet markiert eine spürbare Weiterentwicklung, ohne dabei die historischen Grenzen des Genres zu sprengen. Klanglich gelingt der Balanceakt den rauen und ungeschliffen Ausdruck zu behalten und doch eine zeitgemäße und druckvolle Produktion zu liefern.

Visuell schöpft die Band kompromisslos aus den klassischen Trademarks des Genres – jedoch ohne bestehende Grenzen zu überschreiten. Phantom treiben ihre Retro-Ästhetik so weit, dass die aktuellen Videoclips im alten 4:3-TV-Format, in Atari-Spieloptik und gewollter VHS-Qualität erscheinen. Als gutes Beispiel dafür könnt ihr HIER Out Of The Mausoleum anhören.

Schnell, jung, wild und abwechslungsreich

Doch schlussendlich zählt vor allem die Musik. Phantom setzen auch auf Album Nummer drei auf Speed Metal, welcher zwischen Heavy und Thrash Metal tendiert. Die ersten vier Songs des Albums glänzen mit bissigem Riffing, hohem Tempo und herrlich dreckigem Gesang. Die dunkle Atmosphäre entsteht nicht nur durch die Lyrics, sondern auch durch den gezielten Einsatz von Orgelklängen. Mal klingen nach warmen 70er-Retrosound, dann wie aus einer unheiligen Messe heraufbeschworen.

Natürlich erlaubt sich die Band auch bewusste Ausreißer. Nach den vier Speed-Geschossen folgt mit The Pale Remains Of Time ein Stück, das mit melodischem Gesang und reduzierter Wildheit überrascht.

Dauerfeuer im Genrebereich

Das sich das Quartett kompositorisch weiterentwickelt hat und die Grenzen des Speed Metal genau kennt, zeigt der gefühlvolle Einstieg von Curse Your Name und die folgende ansteigende Energieleistung. Auch das anschließende Instrumental A Trail Full Of Sorrows präsentiert die Mexikaner von einer akustisch-emotionalen Seite und lockert das Dauerfeuer von umliegenden Stücken wie Sepulchral Majesty und Echoes From The Fights spürbar auf.

Doch diese Momente sind nur kurze Atempausen in einem ansonsten energiegeladenen Werk. Zum Beweis für diese Worte fungiert HIER abschließend die typische Highspeed-Nummer Summoned to Kill als Rausschmeißer und Kaufempfehlung.


Fazit
Mit Not Midnight Yet ist Phantom ein abwechslungsreiches Speed‑Metal‑Output gelungen. Akustische Zwischentöne, mystische Orgelpassagen und thrashige Riffattacken sorgen für genügend Spannweite, welche das Hörerlebnis lebendig halten. Die Mexikaner loten die Grenzen des Genres souverän aus und verweben diese Vielfalt zu einem stimmigen, unterhaltsamen Album.
8,5 / 10

Line Up
Gesang, Gitarre – J.C. García
Gitarre – Harel O.
Bass – Raír Tavizón
Schlagzeug – J.P. Alatorre

Tracklist
01. Hordes Of Bats
02. Out Of The Mausoleum
03. Dracula’s Curse
04. Morgenstern / Iron Strike
05. The Pale Remains Of Time
06. Summoned To Kill
07. Not Midnight Yet
08. Solomonari
09. Sepulchral Majesty
10. Curse Your Name
11. A Trail Full Of Sorrows
12. Echoes From The Fights

Links
Instagram Phantom
Facebook Phantom


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Blizzen – Metalectric
EP Review – Tailgunner – Crashdive
Album Review – Speed Queen – …With A Bang!

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 0 Average: 0]