Orden Ogan – Final Days – Album Review

Orden Ogan – Final Days
Herkunft:
Arnsberg / Deutschland
Release:
12.03.2021
Label:
AFM Records
Dauer:
50:30
Genre:
Melodic Power Metal


Foto Credit: Tim Tronckoe

Der Orden der Angst hat für das vergangene Kalenderjahr ein neues Album angekündigt. Aus bekannten Gründen hat sich der Release wiederholt verschoben und das hat sicherlich die Spannung nicht nur bei mir in die Höhe getrieben. Vorallem weil die erste Single bereits im Juli kam.
Orden Ogan wurde 1996 gegründet und hatte 2004 mit Testimonium A.D. ihr Debüt. Dabei spielten die Sauerländer noch einen Folk Metal fern von Party- und Saufliedern. Deutlich in den Power Metal ging es ab dem 2008er Album Vale, welches für mich eines meiner absoluten Lieblingsalben ist und auch sicher seinen Anteil daran hat, dass Orden Ogan für mich die beste Power Metal Band aller Zeiten ist. 2017 erschien mit Gunmen das letzte Album und man konnte erfolgreich auf Platz 8 der deutschen Charts landen. 

They Gotta Burn Us Down

Die Alben von Orden Ogan beschäftigen sich immer mit einer Szenerie: So ging es unter anderem auf der To The End um eine Eiswelt oder auf der Ravenhead um Klöster in einer Moorlandschaft.

Auf dem Album Final Days werden wir dieses Mal mit einem Dark Sci-FI Konzept konfrontiert. Ohne Intro oder einleitende Klänge startet direkt der Opener Heart Of The Android, in dem man den Zuhörer mit dem ersten Ohrwurmrefrain bombardiert. Generell ist die Band mit Sänger und einzigem verbleibenden Gründungsmitglied Sebastien Seeb Levermann durchaus wieder zu erkennen. Mir haben die Intros einst wahnsinnig gut gefallen, weswegen ich bereits auf der Vorgängerscheibe eines vermisst habe.

Eingängig geht es mit In The Dawn Of The AI weiter, welches mit bandtypischen Riffing eröffnet. Wie beim Thema des Albums zu erwarten, ziehen vermehrt elektronische Elemente in das Album ein und so haben wir unter anderem in dem Lied die Einwählgeräusche eines Festnetz Telefons. In die zuerst ausgekoppelte Single könnt ihr übrigens HIER reinhören. Inferno startet direkt mit einem recht elektronischen Auftakt, der auch gut zu einer Industrial Metal Band passen würde. In der Bridge setzt man auf von Autotune bearbeiteten Gesang. Der Song hat im Refrain was durchaus poppiges und einen starken Lead.

Zwei sich sehr gut einfügende Gastmusiker

Let The Fire Reign  bietet das perfekte Material für ein Hey, Hey Phase auf der nächsten Tour und auch auf das chorale Mitsingen der Melodie dürfen sich alle Ticketinhaber freuen. Auf Interstellar ist der erste Gastmusiker zu finden. Gus G. von Firewind beziehungsweise ehemals Ozzy und  Nightrage, steuert einen Gastlead zum fünften Song der Scheibe bei. Der Auftakt erinnert mich etwas an den Song Ravenhead und der Text der Strophe ist schon etwas stark generisch. Dennoch macht das Lied Spaß und man sollte sich die Zeilen im Kopf behalten: “If You Will Never Surrender, You Will Never Fall”.

Im folgenden Stück Alone In The Dark  ist der zweite Gast zu hören. In der Ballade mit klassischen, sich steigendem Aufbau, verkörpert Ylva Eriksen, Brothers of Metal, Good Harvest, den weiblichen Part in dieser Liebesgeschichte. Die Schwedin fügt sich stimmlich sehr gut ein. Wer auf typische, auch etwas kitschige,  zweistimmige Liebesballaden steht, wird hier vollkommen glücklich.

Eine starke und fette Produktion

Das darauf folgende Black Hole zieht darauf das Tempo an und startet elektronisch. Ab dem Punkt, an dem dann die Band komplett einsetzt, wird einem am deutlichsten die aufwendige Produktion bewusst, die an manchen Punkten der Musik etwas mehr Raum lassen könnte. Absolution For Our Final Days beginnt direkt mit unverzerrter Gitarre und einem leicht aggressiven Gesang, was mir durchaus gefällt. Im weiteren Verlauf entwickelt sich das Lied zu einem typischen Orden Ogan Song.

Hollow startet zunächst elektronisch und wird dann im Aufbau ziemlich choral. Im weiteren Verlauf tritt das Elektronische in den Hintergrund und am besten an Hollow finde ich die Bridge. Zu guter Letzt heißt es It Is Over und die Band unterstreicht wieder, dass sie für das Genre des Power Metals oft textlich ziemlich düster agiert. Der Aufbau mit Klavier, Streicher und Band gefällt mir sehr gut. Von der Tonalität erinnert mich der Refrain etwas an Fields of Sorrow. Im instrumentalen Part gibt es noch einen passenden Dialog, den ich so bei Orden Ogan noch nicht gehört habe.


Fazit
Seeb ist einfach ein sehr guter Songwriter und schafft es erneut ein eingängiges, aber auch detailtreues Album zu schreiben. Dabei entwickelt sich die Band immer weiter von ihren Folk-metallischen Ursprüngen fort. Das Album macht wahnsinnig Laune beim Hören und ist, trotz Kritikpunkte, ein heißer Kandidat für das Jahresabschlussranking. Von mir gibt es 9 / 10.

Line Up
Sebastian “Seeb” Levermann – Gesang
Nils Löffler – Gitarre
Patrick Sperling – Gitarre
Steven Wussow – Bass
Dirk Mayer-Berhorn – Schlagzeug 

Tracklist
01. Heart Of The Android
02. In The Dawn Of The AI
03. Inferno
04. Let The Fire Reign
05. Interstellar
06. Alone In The Dark
07. Black Hole
08. Absolution For Our Final Days
09. Hollow
10. It Is Over 

Links
Facebook Orden Ogan


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Inglorious – We Will Ride
Album Review – Accept – Too Mean To Die
Kolumne – Hard Coal – Der erste Heavy Metal Chor ausm Pott – Report

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 3 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen
fb-share-icon