Moontowers – Crimson Harvest – Majestätische Schlachten – Album Review

Moontowers – Crimson Harvest
Herkunft:
Koblenz/Deutschland
Release:
18.04.20
Label:
Self-Release
Dauer:
52:20
Genre:
Heavy Metal/Doom Metal


Die Mitglieder von Moontowers sind in der lokalen Szene in und um Koblenz herum wahrlich keine Unbekannten. Markus Infernal Kuschke ist Gründungsmitglied der legendären Black/Thrasher Desaster, die mit Unterbrechungen schon seit 1988 aktiv sind, Kratz Havoc gerbt die Felle seit 2000 bei Metal Inquisitor, Baulig Fabio ist Rhythmusgitarrist bei den Koblenzer Thrashern Secutor und Dirk Dommermuth ist in der hiesigen Szene als Sänger und Gitarrist der Bluesband Blueside bekannt.
2017 entstand die Idee zur Gründung einer gemeinsamen Band, was mit dem 3-Track-Demo The Arrival im Juli 2018 erste Früchte trug. Im November 2018 wurden das Demo als Split LP (mit der indischen Metalband Knight) von Diabolic Might Records auf Vinyl veröffentlicht. Nun wollen die vier Towerlords zeigen, dass sie es ernst meinen und legen mit Crimson Harvest ihr Debütalbum vor, welches die Band nun in Eigenregie auf CD und Vinyl in Umlauf bringt.

Heutzutage scheint ja kein Metal Album mehr ohne Intro auszukommen und so greifen auch Moontowers mit The Foreshadowing auf einen epischen, leicht martialisch anmutenden Einstieg in ihr Debütalbum zurück, um dann mit einer galoppierenden Riffattacke Fear The White Hand einzuläuten. Klang das Demo The Arrival noch straighter und mehr nach Running Wild, so kommt mir hier als erstes etwas kauziger US Metal der Marke Cirith Ungol, Brocas Helm oder auch Trouble in den Sinn.
Dazu trägt wohl auch der eindringliche und vielleicht etwas eigenwillige Gesang von Fronter Dirk bei. Das setzt sich bei Be Free Forevermore fort, wo ebenfalls doomige Riffs und Strukturen auf einen eingängigen Refrain treffen. Mit Wolfsgeheul und einer spoken word Einleitung beginnt der erste Longtrack Lake Of The Dead, mit der die Koblenzer nun endgültig im Doom angekommen zu sein scheinen.
Extrem zäh wälzen sich die Riffs aus den Boxen, bevor im Mittelteil das Tempo der athmosphärisch dichten Nummer variiert und leicht anzieht. Die schweren Riffs auf Into The Otherworld tragen den Song zunächst in gemächlichem Schritt voran, bis Kratz am Schlagzeug die Bremse löst und eine kurze Speedattacke die Nummer über die Ziellinie bringt.

Ein akustisches Gitarrenmotiv verbreitet zunächst eine mystische Stimmung auf Never Again, bis das Stück aus der sich wiederholenden folkigen Melodie immer wieder ausbricht und in verschärfter Gangart fast thrashig Momente entwickelt. Epic Doom Metal in Reinkultur bietet der bedrohliche Titeltrack Crimson Harvest, der jedem Genrefan die Freudentränen ins Gesicht treiben dürfte. Auch Annihilator zeichnet zunächst epische Klangwelten, bevor Gitarrist Kuschke und Drummer Kratz das Kommando übernehmen und zum Ende nochmal richtig Gas geben. Ein mächtiges Riff beherrscht Bringer Of Dawn, auf dem Dirk Dommermuth mal stoisch-monoton, mal giftig-gallig seinen Gesang einsetzt. Moontowers Rise Again marschiert mit entsprechender akustischer Einleitung in epischem Ausmaß zum großen Finale. Hier werden in über neun Minuten nochmal alle Register gezogen und heroische Schlachtengemälde erschaffen, die mit Defenders Of The Tower quasi als Outro zusätzliche Dramatik erfahren.


Fazit:
Moontowers heben sich erfreulich vom Einheitsbrei teutonischer Power Metal Kapellen ab. Die Koblenzer schaffen es vielmehr zu klingen, als kämen sie aus den aktuellen Hotspots Kanada oder Nordamerika. Neben Atlantean Kodex fällt mir zumindest keine deutsche Band ein, die epischen Doom Metal besser in Szene setzen kann. Das Album wurde zudem blitzsauber unter der Regie von Marcus Nöthen im Koblenzer Airstream Studio produziert und mit einem wunderschönen passenden Ölgemälde der Künstlerin Rebecca von Waeik perfekt in Szene gesetzt. Das schreit nach einem Erwerb des Albums in der limitierten Vinylfassung. Mein Anspieltipp ist der epische Doom Monumentaltrack Moontowers Rise Again. Als Trophäe gehen majestätische 8/10 in die historische Stadt, an der Rhein und Mosel zusammenfließen und herrliche Burgruinen das Landschaftsbild prägen.

Line Up:
Dommermuth – Gesang, Gitarre
Kuschke – Gitarre
Kratz – Schlagzeug
Baulig – Bass, Background Gesang

Tracklist:
The Foreshadowing
Fear The White Hand 
Be Free Forevermore  
Lake Of The Dead 
Into The Otherworld 
Never Again 
Crimson Harvest 
Annihilator 
Bringer Of Dawn 
Moontowers Rise Again 
Defenders Of The Tower 

Links
Facebook Moontowers
Bandcamp Moontowers

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