Iron Man’s Anthem: A Tribute to Ozzy – Album Review

V/A – Iron Man’s Anthem: A Tribute to Ozzy
Herkunft: V/A
Release: 13.02.2026
Label: Witching Buzz Records
Genre: Heavy Metal / Doom Metal


Als Ozzy Osbourne im Juli 2025 verstorben ist, war die ganze Welt schockiert. Kein Wunder, denn kaum ein anderer Musiker hat die Rock- und Metal-Szene so nachhaltig beeinflusst wie der „Madman“ und simultan eine so enorme Breitenwirkung erzielt.

Coverversionen seiner Werke mit Black Sabbath oder als Solokünstler gibt es bekanntermaßen wie Sand am Meer. Aber Nachahmung ist bekanntlich die größte Huldigung, weshalb mit Iron Man’s Anthem: A Tribute to Ozzy nun eine weitere Tribute-Scheibe das Licht der Welt erblickt. Nur: Braucht die Welt das wirklich?

Interpretationssache

Die Entstehung des Cover-Albums war jedenfalls ein Kraftakt, denn 22 Bands aus Europa und den USA sind darauf vereint. Dabei haben sämtliche Künstler:innen darauf geachtet, den Songs von Ozzy Osbourne und Black Sabbath ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Mit anderen Worten: Hier wird nicht einfach nachgespielt, sondern die Lieder werden in 22 verschiedene Klang-Korsetts gepresst. In einer Kochsendung würde man sagen: „Klassische Gerichte, neu interpretiert!“

Alle 22 Songs zu analysieren käme einer wissenschaftlichen Arbeit gleich. Deshalb werden an dieser Stelle ein paar der Lieder exemplarisch herausgepickt:

  • Dee Calhoun aus den USA haben Children of the Grave in eine typisch-amerikanische Blues-Rock-Nummer umgewandelt
  • Die Iren von Root Zero haben Planet Caravan als moderne Metal-Hymne eingespielt, irgendwo zwischen nordeuropäischem Bombast und schwarzmetallisch-angehauchten Screams
  • Poste 942 aus Frankreich haben No More Tears in Manier von frühen Iron Maiden und Savatage aufgenommen

Somit ist Iron Man’s Anthem: A Tribute to Ozzy keine reine Imitation, sondern vielmehr ein spannender Querschnitt durch den heutigen Metal-Underground.

Aus Alt wird Neu

Einerseits zeigen die Bands ihr musikalisches Können und ihre Eigenständigkeit, andererseits huldigen sie dem vermutlich größten Rock-Musiker seit Geburt der Stromgitarre. Beides unter einen Hut zu bringen, ist schon einen Achtungsapplaus wert.

Somit sollten alle, die an Musikgeschichte im allgemeinen und an Metal/Rock insbesondere interessiert sind, unbedingt reinhören. Denn hier ist ein spannendes Kleinod entstanden, das aus der Fülle an Ehrerbietungen an Ozzy Osbourne heraussticht.


Fazit
Operation gelückt, Frankenstein lebt! Die Kombination aus Coverversionen mit den eigenständigen Sounds der involvierten Bands macht Iron Man’s Anthem: A Tribute to Ozzy zu einer spannenden Scheibe, die das Vermächtnis von Ozzy Osbourne aufleben lässt, ohne zur bloßen Kopie zu verkommen. Der „Crazy Train“ scheppert offensichtlich immer noch durch die weltweite Rock- und Metal-Szene, was die 22 Songs der Platte sowohl bittersüß als auch ungemein spannend wirken lässt. 8 / 10

Line Up
V/A

Tracklist

01. Runaway Devils – Black Sabbath
02. Heaven and Hellvis – The Wizard
03. Rainbow Bridge – N.I.B.
04. Angel Slaughter – Sleeping Village
05. Disimoria – War Pigs
06. Corruption – Paranoid
07. Root Zero – Planet Caravan
08. Postmortal – Electric Funeral
09. Death Catapult – Hand Of Doom
10. Tharsis – Rat Salad
11. Arcane Focus – Fairies Wear Boots
12. Thorndale – After Forever
13. Dee Calhoun – Children Of The Grave
14. Mouth – Solitude
15. Plata O Plomo – Into The Void
16. Bert Hall of Mango – Wheels Of Confusion
17. Bruit Parasite – A National Acrobat
18. Necro Weasel – Never Say Die!
19. Wasted Awakening – Shot In The Dark
20. Poste 942 – No More Tears
21. Miss Lava – Hellraiser
22. W.T*M – Perry Mason

Links
Bandcamp Witching Buzz


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