Falconer – From A Dying Ember – Album Review

Falconer – From A Dying Ember
Herkunft: 
Schweden
Release: 
26.06.20
Label: Metal Blade Records

Dauer: 43:36
Genre: 
Folk / Power Metal


Falconer 2020
Foto Credit: Rickard Monéus

Die von Stefan Weinerhall aus der Asche seiner alten Band Mithotyn gegründeten Falconer gibt es nun auch schon seit über 20 Jahren und mit From A Dying Ember veröffentlichen die Schweden am 26. Juni sechs Jahre nach Black Moon Rising ihr mittlerweile neuntes Album.

Die Band nahm vor dem Songwriting eine kleine Auszeit, und ließ sich genug Zeit, um an den Songs feilen zu können, und kein halbgares Werk zu veröffentlichen. Ob das gelungen ist, wird sich im Verlauf dieses Reviews herausstellen.

Kings and Queens beginnt mit hochmelodischen Twin-Guitars und einer schmissigen Doublebass, bevor Mathias Blad mit seiner unverkennbaren Stimme einsteigt. Wirklich fantastische Soli bieten schon einmal einen Ausblick darauf, was dieses Album vor allem an Gitarrenkunst zu bieten hat. Den Song kann man sich HIER anhören.

Desert Dreams erinnert mich von den melodischen Gitarrenparts an die Falconer-Vorgängerband Mithotyn und 90er In Flames, bevor im Verse und Refrain galoppierende Doublebass Power-Metal-Parts zum Einsatz kommen. Der Refrain hätte noch etwas spannender und abwechslungsreicher sein können, aber das ist Meckern auf hohem Niveau, weil es einfach Spaß macht, der Gitarrenfraktion und ihren Melodien zuzuhören.  Auch diesen Song hat die Band HIER auf Youtube bereitgestellt.

Wie eine Rückkehr zu den ersten beiden Alben mutet Redeem and Repent für mich an, stampfende Riffs wechseln sich ab mit zweistimmigen Gitarren, und auch an akustischen Zwischenspielen und fantastischen Soli mangelt es nicht. Der Refrain ist auch allererste Sahne. Dieser Song hat Hit-Potential.

Mit Bland Sump och Dy folgt ein Song in schwedischer Sprache, der trotz hauptsächlich verzerrter Gitarren sehr folkig rüberkommt und eine ausgefallene Rhythmik besitzt.

Fool’s Crusade wird von sanftem Gesang und Pianoklängen eröffnet, bevor wieder sehr an Mithotyn gemahnende Gitarren übernehmen, die einfach nur großartig sind. Auch die Double-Bass kommt zum Einsatz und Mathias Blad zeigt, wie variabel seine Stimme ist. Das Gitarrenduo Weinerhall/Hedlund spielt sich im klimaktischen Mittelteil schön in Ekstase.

Mittelalterlich geht es weiter mit Garnets And A Gilded Rose, vom Dudelsack begleitet, eröffnet eine akustische Gitarre den Song, bevor die E-Gitarren einsetzen und mich schon wieder an selige Mithotyn-Zeiten erinnern. Der Song bleibt instrumental und ist mit seinen zweieinhalb Minuten ein schönes Zwischenspiel.

In Regal Attire greift die mittelalterliche Atmosphäre kurz auf und wird dann zu einem ordentlichen Headbanger.
Der Refrain ist etwas abgehackt und nimmt Energie raus, hier hätte ich eine andere Rhythmik bevorzugt.

Eine Ballade hat das Album auch zu bieten, nämlich Rejoice The Adorned, auf dem abermals ein Piano zum Einsatz kommt, aber auch Streicher. Blads Gesang deckt hier gefühlt drei Oktaven ab, er ist einfach ein begnadeter Sänger. Dennoch ergreift mich der Song irgendwie nicht in dem Maße, in dem es zum Beispiel die wunderschöne Halb-Ballade Portals of Light auf dem zweiten Album Chapters From A Vale Forlorn tat, die auf dem limitierten Digipak des neuen Albums als einer von drei Bonustracks in einer Akustikversion vorliegen wird.

Testify gibt im Kontrast aber wieder richtig Gas und geht gut nach vorne, und ich kann nur ein weiteres Mal die Gitarrenfraktion loben, die hier wieder mitreißende Melodien und treibende Riffs aus dem Hut zaubert. Schlagzeug und Bass tun ihr Übriges, um das Energielevel des Songs oben zu halten. Blads Vocal-Line vor dem Solo ist auch ein Genuss, und der Refrain hat Mitsing-Potential. Ein erstklassiges Lied, das auch auf den ersten beiden Falconer-Scheiben hätte stehen können.

Mit düsteren schweren Riffs und Dudelsack-Klängen beginnt Thrust The Dagger Deep, Mathias Blad singt der Atmosphäre des Songs entsprechend etwas tiefer, die Gitarrenmelodien überzeugen erneut, und als besonderes Schmankerl kommen auch noch Hammond-Orgelklänge zum Einsatz.

Zum Abschluss kommen in Rapture nochmal alle Falconer-Trademarks zusammen: folkige Einflüsse, ergreifende Vocals, abwechslungsreiche Rhythmusarbeit, und treibende Doublebass-Passagen, aber auch Mithotyn sind wieder unverkennbar rauszuhören, schließlich setzte sich Stefan Weinerhall mit seinem alten Mithotyn-Kollegen Karl Beckmann zusammen, um an diesem Song zu feilen.
Im Mittelteil gibt es dann von der Instrumentalseite auch einen richtigen Black-Metal-Part mit Blastbeats und Wespengitarren! Die Soli sind auch spektakulär und runden dieses besondere Albumfinale perfekt ab.


Mein Fazit:
From A Dying Ember hat mich wohlig an alte Mithotyn Zeiten und die ersten beiden Falconer-Alben erinnert.
Mit Mathias Blad am Gesang haben Falconer im Powermetal-Bereich nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal, Bass und Drums drücken gut nach vorne, aber das wahre Highlight auf diesem Album sind die grandiosen Gitarren, Stefan Weinerhall und Jimmy Hedlund schütteln sich hier großartige Melodien, Riffs und Soli mit einer Leichtigkeit aus dem Ärmel, dass es eine wahre Freude ist. Die Produktion von Altmeister Andy LaRocque (der vermutlich auch eine Inspiration für die wunderbaren Gitarrenparts war) ist auch schön griffig und lässt nichts zu wünschen übrig.
Einige wenige Refrain-Parts hätten vielleicht etwas spannender sein können, und die Ballade hat mich nicht wirklich überzeugen können, aber im Großen und Ganzen ist Falconer hier ein spannender und abwechslungsreicher Nachfolger zu Black Moon Rising gelungen, der Altfans der Band auch an die gloriosen Anfangstage erinnern wird. Von mir gibt es für diese schöne Platte 8 / 10.

Line Up
Mathias Blad – Gesang
Stefan Weinerhall – Gitarre
Jimmy Hedlund – Gitarre
Magnus Linhardt – Bass
Karsten Larsson – Schlagzeug

Tracklist
01. Kings And Queens
02. Desert Dreams
03. Redeem And Repent
04. Bland Sump Och Dy
05. Fool’s Crusade
06. Garnets And A Gilded Rose
07. In Regal Attire
08. Rejoice The Adorned
09. Testify
10. Thrust The Dagger Deep
11. Rapture
Bonustracks Ltd 1st Edition CD:
12. The Cauldron
13. Portals Of Light (acoustic Version)
14. Long Gone By (acoustic Version)

Links:
Facebook Falconer
Webseite Falconer

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