Dark Forest – Oak, Ash & Thorn – Geschichtsstunde – Album Review

Dark Forest – Oak, Ash & Thorn
Herkunft:
Black Country/UK
Release:
24.04.2020
Label:
Cruz Del Sur Music
Dauer:
46:50
Genre:
Heavy Metal/Epic Metal


Die 2002 gegründeten Dark Forest legen nach vier Jahren seit ihrem letzten Album The Awakening nun ihren fünften vollständigen Dreher vor und bedienen sich dabei wieder historischer Themen aus der Geschichte Englands. Die Grundlage von Oak, Ash & Thorn bildet dabei der Roman von Rudyard Kipling Puck of Pook’s Hill aus dem Jahr 1906. Das Buch ist eine eindrucksvolle Beschreibung von Erlebnissen historischer Zeitzeugen.

Die Band um Gründungsmitglied, Gitarrist und Songschreiber Christian Horton hat sich schon lange mit den geschichtsträchtigen Themen ihrer Heimat beschäftigt und die Blätter der drei heiligen Bäume Englands, Eiche, Esche und Weißdorn, waren somit die ideale Wahl als Titel für den kommenden Release. Das Album drückt die tiefe Verbundenheit der Band mit der Vergangenheit ihres Landes aus, welches sie in acht epische Power Metal Tracks verpackt hat.

Schon bei dem instrumentalen Intro  Ælfscýne kommt ein mittelalterliches Feeling auf, welches im folgenden Opener Wayfarer’s Eve von erhabenen Gitarrenmotiven aufgegriffenen wird und schon nach wenigen Minuten in mir eine Assoziation zu Blind Guardian, vor allem aber Edguy oder Iron Maiden, herstellt. Das liegt wohl zum großen Teil an Phrasierung und Stimmfarbe von Sänger Josh Winnard, der seit 2012 das Mikro bei den Briten schwingt. Diese Eindrücke werden beim eingängigen The Midnight Folk weiter bestätigt. Eine dynamische Midtempo Nummer mit schönen Twin-Gitarren und breit angelegten Chören, mit eindeutiger Handschrift der Eisernen Jungfrauen. Relics hingegen ist ein getragenes Power Metal Stück, das aus der Feder von Tobias Sammet stammen könnte. Als episch kann man Avalon Rising bezeichnen, welches es mit ausladenden Gitarrenduellen und Melodien auf eine Spielzeit von über sieben Minuten bringt.

Das Herzstück des Albums dürfte ohne Zweifel der monumentale Titeltrack Oak, Ash & Thorn darstellen. Das orginelle und gesanglich klasse intonierte Intro leitet den Longtrack ein, in dem Dark Forest alles bündeln, was sie musikalisch zu bieten haben. Auf The Woodlander passiert im Grunde nichts Neues. Irgendwie habe ich ab hier das Gefühl, jetzt alles schon einmal gehört zu haben.
Auch die nächsten beiden Stücke Eadric’s Return und das abschließende Heart of the Rose unterscheiden sich nur marginal in Geschwindigkeit und Songaufbau vom bisher Gehörten, was zum Schluss doch zu Ermüdungserscheinungen bei mir führt. Da passt auch das Artwork von Duncan Storr ins Bild, das zwar treffend den Titel des Albums wiederspiegelt, aber der Grey Maiden EP von Gatekeeper, ebenfalls auf Cruz Del Sur erschienen, zu sehr ähnelt, welches im übrigen vom selben Künstler stammt. Da wurde ein wenig unglücklich von allen Beteiligten agiert, finde ich.


Fazit:
Dark Forest gehören in meinen Augen und Ohren zu den Bands, die zu wenig eigene Identität besitzen, um aus der unübersichtlichen Flut an ähnlich gelagerten Gruppen herausstechen zu können. Handwerklich ist auf Oak, Ash & Thorn zwar alles im grünen Bereich, auch wenn Sänger Josh Winnard qualitativ nicht mit seinen Vorbildern mithalten kann. Außerdem ist mir das Album insgesamt zu wenig abwechslungsreich. Irgendwann ab Mitte der Scheibe bekommt man das untrügliche Gefühl, sämtliche Melodien schon einmal gehört zu haben. Als Anspieltipp möchte ich aber auf den monumentalen Titeltrack hinweisen, der wirklich als absolut gelungen bezeichnet werden kann. Das macht in der Wertung unter dem Strich 7/10.

Line Up:
Christian Horton – Gitarre
Josh Winnard – Gesang
Pat Jenkins – Gitarre
Adam Sidaway – Drums

Tracklist:
1. Ælfscýne (1:25)
2. Wayfarer’s Eve (5:24)
3. The Midnight Folk (5:10)
4. Relics (5:55)
5. Avalon Rising (7:15)
6. Oak, Ash & Thorn (11:55)
7. The Woodlander (4:43)
8. Eadric’s Return (7:23)
9. Heart of the Rose (3:35)

Links:
Facebook Dark Forest
Bandcamp Dark Forest

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