BBF – Outside the Noise – Album Review

BBF – Outside the Noise
Herkunft:
Italien
Release:
06.12.2019
Label:
Argonauta Records
Dauer:
41:16
Genre:
Stoner Rock


Brunetti, Banelli, Forgiarini – das sind BBF und sie liefern mit Outside the Noise ihr zweites Studioalbum nach ihrem 2018er Debüt Besides everything we need 70s . Wie der Name ihres ersten Albums erkennen lässt, orientiert sich das norditalienische Trio an den großen musikalischen Stil der 60er und 70er Jahre – genauer: den Funk und Progressive Rock-Legenden jener Zeit. Doch sie versuchen nicht nur diesen zu kopieren. Vielmehr fangen sie die Seele der Musik ein und interpretieren sie auf ihre Art neu. So auch auf der neuen Platte. Anders jedoch als das recht Funk-lastige Debüt geht es in ihrem zweiten Werk deutlich erwachsener zu, nähert sich klanglich den Konzeptalben der 70’er Progressive-Szene ohne aber den Stil der Band zu verfehlen.

Zum Album: So stellt der Intro-Track Apollo bereits den Ablauf klar. Es geht raus. Aus der Stadt, aus dem Lärm, schließlich aus der Atmosphäre. Wir hören anfangs Grillen zirpen, Frösche quaken, alles untermalt mit wirren Klängen, rückwärtsgespielten Melodien und abschließend einem Funkspruch einer Apollo-Mission, wo es übergeht zum ersten richtigen Titel.
Mit langsamen, klaren Gitarrenklängen führt Third Eye zunächst die ruhige Stimmung des Intros fort, erste Vocals setzen ein und man kann sich sofort von Pietro Brunettis klarer, sonorischer Stimme überzeugen, die einen abholt und packt. Anschließend zieht das Tempo an und mündet in einem virtuosen Gitarrensolo.
Wer mit diesem Titel warm geworden ist, dem wird mit Time anschließend richtig eingeheizt. Hierbei handelt es sich um einen regelrecht tanzbaren Rock’n’Roll-Song bei dem man gar nicht anders kann, als ordentlich mitzugehen. Es wundert wenig, dass dieser Song als Single ausgekoppelt und mit einem sympathischen Musikvideo geehrt wurde.

Das mit 9:33 Minuten längste Stück auf der Platte ist das Titelgebende Outside the Noise und somit zugleich jenes, dass in wahrer Konzeptalben-Manier mit fast schon szenisch Bildern – hier mit einfachen Soundcheck-Geräuschen – beginnt. Die Instrumente setzen nach und nach ein und begleiten den Einstieg eines Frauengesangs, welcher den ersten Gänsehautmoment kennzeichnet. Vielleicht mag es daran liegen, dass man unweigerlich an Pink Floyds The Great Gig in the Sky erinnert wird, doch wirkt alles mehr wie eine Jam-Session vor den eigentlichen Aufnahmen. Diese Session geht schließlich in das eigentliche Lied über, eine melancholische Ballade, mit einer kräftigen Bass-Drum als Rhythmusgeber und einem schwerwiegendem Gitarrensolo in der Mitte, dass die Stimmung des Songs unheimlich gut aufnimmt und fortführt. Im Vergleich zu den vorangegangenen Titeln, nimmt dieser Song jedoch viel Geschwindigkeit raus und setzt das Album von da an auf einen vergleichsweise ruhigen Level.
Into the Light verzahnt sich durch einen langsamen Einstieg mit dem vorangegangenen Titel, um dann jedoch die Richtung zu wechseln und wieder etwas Schwung aufzunehmen. Nicht viel, aber gerade genug um letztlich in einem grandiosen dreiminütigen Instrumental aus E-Bass, Gitarre und Mundharmonika zu enden.

Gegen Ende sind wir schließlich weg vom Lärm und gehen mit Kaleidoscope in psychedelische Sphären, wo die Instrumente langsam in den Hintergrund treten und man vorrangig Brunetti hallend ins All singen hört. Sun, die erste Single-Auskopplung des Albums, und schließlich der Ghost Track Harvest Moon leiten das Album langsam aber stimmig als Gesamtwerk aus.


Mein Fazit:
Outside the Noise ist insgesamt ein recht ruhiges Album mit vereinzelt schnellen Momenten im Stil der 70’er Progressive Rock-Szene, dass sich sehr kurzweilig hört und Lust auf mehr macht. Ganz makellos ist es nicht, da gerade beim Titelsong Outside the Noise die Brüche teils etwas unstimmig wirken und auch gesanglich stellenweise andere Akzente hätten gesetzt werden können, doch allem in allem ein sehr gelungenes Album und nicht nur für Fans von 70’er Jahre Rock eine unbedingte Empfehlung. Größtes Manko für mich persönlich ist, dass vorerst keine Pressung auf Vinyl geplant zu sein scheint, denn gerade in der Szene, wo Musik der 60’er und 70’er einen stärkeren Anklang findet, hat Outside the Noise echtes Potenzial zum Geheimtipp – nicht zuletzt wegen des schlichten, aber schön gestalteten Covers. Für mich eine 8/10.

Line Up
Pietro Brunetti – Bass, Synthesizer, Gesang
ClaudioBanelli – Gitarren, Gesang
Carlo Forgiarini – Drums, Percussion

Tracklist
01. Apollo
02. Third Eye
03. Time
04. Outside The Noise
05. Into The Light
06. Kaleidoscope
07. Sun
08. Harvest Moon (Ghost track)

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Argonauta Records

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