Atavist – III:Absolution – Album Review

Atavist – III:Absolution
Herkunft:
Manchester / UK
Release:
19.06.20
Label: Candlelight / Spinefarm Records
Dauer:
58:05
Genre:
Death / Doom Metal / Funeral Metal


Atavist kommen nach 13 Jahren mit einem neuen Album um die Ecke und ich kann es mir einfach nicht nehmen lassen, zum Release für euch reinzuhören. Man kann nicht sagen, dass es ein Comeback Album ist, das Atavist da nun mit III:Absolution auf den Markt bringen. Vielmehr ist es die Fortsetzung zum letzten Album II: Ruined von 2007, das nun den Reigen schließt. 
Untätig waren die Musiker nicht in den letzten Jahren, sammelten sie doch in diversen anderen Bands Erfahrungen und holten sich wohl Inspiration für das mir vorliegende III:Absolution. Chris Naughton, Gitarrist und Sänger der Band ist ja auch der Kopf von Winterfylleth, die erst vor kurzem einen mächtigen Kracher auf die Menschheit losließen. Doch lasst mich nicht lange fackeln um die Biografie der Band, mittenrein ins Album, das mir eine knapp einstündige Reise verspricht. Eine Reise und Absolution. Ich bin gespannt. 

Los geht es mit dem 16 minütigen Loss, das mich mit zaghaft zögerlichem Intro begrüßt. Verheißungsvoll düster schwingt die Atmosphäre während nach und nach die Instrumente einsetzen. Die Violine, gespielt von Bianca Blezard, die dieses Instrument ebenso bei Winterfylleth eingespielt hat, spielt als Solo die Melodie und fügt sich wunderbar harmonisch zu den anderen bis der klagende, screamende Gesang einsetzt und sich ein wunderbarer Klangteppich darunter legt. Nach nur einem Viertel gespielten Songs weiß ich schon, dass diese Band nichts verlernt hat und an ihren vorangegangenen Alben anknüpft. 
Struggle heißt uns mit schleppenden Drums und beinahe dem Funeral Doom zuordenbaren langsamen Riffs willkommen. Die Stimme nun noch tiefer befinden wir uns mitten im Morast der dunklen Welt des Doom Metal. Die Melodien und Harmonien wechseln, doch Struggle bleibt langsam und zäh. Unausweichlich bahnt sich die Dunkelheit ihren Weg in die Gehörgänge. 

Der mit neun Minuten kürzeste Song der EP Self Realisation baut bereits zu Beginn eine mächtige Soundwall auf, die auch im Verlauf des Tracks nicht abnimmt. Trotz massiven Sound sind alle Instrumente sehr gut voneinander zu unterscheiden und verschwimmen in keinem Einheitsbrei. Die Qualität ist wirklich hervorragend und ein Blick in die Promo verrät mir, dass von Chris Fielding, den man von Bands wie Primordial, Napalm Death, Winterfylleth oder Electric Wizard kennt, aufgenommen und produziert wurde. Gemastert hat James Plotkin, ihn wiederum kennt man von Khanate, Jodis, Old Lady Drivers. Diese Qualität hört man eben. Wie schwer dieses Sehen des Seins in dem Song transportiert wird, ist phänomenal. 
Den Closer bestreitet Absolution und ich erhoffe mir mit dem Titel gebenden Track wahrlich Vergebung und Erleichterung. Und die wird mir als Hörer gegeben. Wenngleich sie auch erstmal düster dunkel schleicht, setzt nach rund vier Minuten eine hoffnungsvolle Gitarre ein, die die Black Metal Screams bis zum Ende hin begleiten und nach rund 18 Minuten zu einem hoffnungsvollen Ende bringen. 


Fazit
Atavist knüpfen mit III:Absolution quasi nahtlos an, wo sie vor satten 13 Jahren aufgehört haben. Die Band versteht es, mit Wiedererkennungsmerkmalen ungewöhnlich abzuliefern und dabei trotzdem im Jahr 2020 angekommen zu sein. Mit einer wunderbar nachvollziehbaren Kohärenz wird Fragilität mit Barchialität abgestimmt. Eine mitreißende, rund einstündige Reise durch das eigene Ich, die mir 8,5 / 10 wert ist und bestimmt bald in meinem Plattenschrank zu finden sein wird. 

Line Up
Chris Naughton – Gitarre, Gesang
Toby Bradshaw – Gesang
Shane Ryan – Bass
Callum Cox – Drums

Tracklist
01. Loss
02. Struggle
03. Self-Realisation
04. Absolution

Links:
Facebook Atavist
Bandcamp Atavist

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